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Badenoch: Polizei ließ sich bei Festnahme von Nowak von Hasskriminalitäts-Regeln leiten

Die britische Konservativen-Chefin Kemi Badenoch hat der Polizei vorgeworfen, bei der Festnahme des später getöteten Henry Nowak von internen Leitlinien zu Hasskriminalität beeinflusst worden zu sein. Wie der Guardian berichtet, sagte Badenoch, die Beamten hätten die Anschuldigung eines rassistischen Vorfalls ernster genommen als Nowaks Angabe, er sei erstochen worden.

Badenoch: Polizei ließ sich bei Festnahme von Nowak von Hasskriminalitäts-Regeln leiten
Bild: i.guim.co.uk

Die Vorsitzende der britischen Konservativen, Kemi Badenoch, hat die Polizei scharf kritisiert, weil sie bei der Festnahme des später getöteten Henry Nowak offenbar Leitlinien zur Priorisierung von Hasskriminalität befolgte. Badenoch sagte, sie habe sich beim Ansehen des Polizeivideos dabei ertappt, wie sie den Beamten innerlich zurief, sie sollten anhalten und wenigstens Nowaks Geschichte anhören und prüfen, ob er tatsächlich erstochen worden sei. Nowak war im Mai in London festgenommen worden, nachdem er selbst die Polizei gerufen hatte, weil er angegriffen worden war. Wenige Tage später erlag er seinen Verletzungen.

Badenoch erklärte, sie habe Nowaks Familie vergangene Woche getroffen. Diese wolle nicht, dass der Fall zur Spaltung der Gesellschaft genutzt werde. Die Familie wünsche sich, dass die Polizei wieder eine Institution werde, der man vertrauen könne. Badenoch stellte die Frage, warum die Polizei eine Rassismus-Beschuldigung ernster genommen habe als die Aussage, Nowak sei erstochen worden. Sie kritisierte, öffentliche Stellen seien nicht mehr in der Lage, mit gesundem Menschenverstand zu handeln, wenn Rasse oder Identität im Spiel seien.

Die konservative Politikerin griff zudem die sogenannte Public Sector Equality Duty an, eine gesetzliche Verpflichtung öffentlicher Einrichtungen zur Gleichstellung. Diese schaffe „Ungleichheit der Ergebnisse“, so Badenoch. Sie bezog sich auf den Macpherson-Bericht nach dem Mord an Stephen Lawrence, der eine rassistische Straftat allein durch die Wahrnehmung des Opfers definiert. Diese Definition lehnte Badenoch ab. Das Gleichstellungsrecht solle ein „Schild, kein Schwert“ sein.

Der Henry Nowak hatte in Großbritannien breite Debatten über Polizeiarbeit und Rassismus ausgelöst. Die Polizei von Hampshire hatte sich bereits bei Nowaks Familie entschuldigt und das Festnahme-Video als „schwer anzusehen“ bezeichnet. EuroPulse berichtete am 3. Juni 2026 über die Nachwahl in Großbritannien, die vom Henry Nowak überschattet wurde (europulse.today/grossbritannien-nachwahl-skandal-henry-nowak/).

Quelle: www.theguardian.com