Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:01 DE / UKR / EN

Verfassungsschutz setzt auf europäische Datenanalysesoftware

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat eine europäische Software zur Datenanalyse erworben, um unabhängiger von den USA zu werden. Süddeutscher Zeitung setzt die Behörde künftig auf das Produkt der französischen Firma ChapsVision.

Verfassungsschutz setzt auf europäische Datenanalysesoftware
Bild: sueddeutsche.de

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat sich für die Software der französischen Firma ChapsVision entschieden, um die Datenanalyse im Terrorismusbekämpfung und Spionageabwehr zu optimieren. Dies geschieht im Bestreben, die Abhängigkeit von US-amerikanischen Anbietern wie Palantir zu verringern. Informationen der Zeitung, NDR und WDR ist die Entscheidung ein Schritt in Richtung digitaler Souveränität.

Ein Sprecher des BfV erklärte, dass regelmäßig Marktsichtungen durchgeführt werden, um neue Produkte kennenzulernen. „Wir bitten um Verständnis, dass das BfV zu Angelegenheiten, die etwaige konkrete nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder Tätigkeiten betreffen, grundsätzlich nicht öffentlich Stellung nimmt“, so der Sprecher.

Die Software von ChapsVision nutzt Intelligenz zur Analyse großer Datenmengen und wird bereits von mehreren französischen Behörden, einschließlich des Inlandsgeheimdienstes DGSI, eingesetzt. Der Test der Software beim BfV sei erfolgreich abgeschlossen worden, und sie sei nun einsatzbereit.

Die Entscheidung für ChapsVision markiert einen Wendepunkt, da das BfV die erste Sicherheitsbehörde des Bundes ist, die sich für eine europäische Alternative zu Palantir entschieden hat. In anderen Bundesländern wie Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen wird bereits seit Jahren auf Palantir-Anwendungen gesetzt.

Der innenpolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Sebastian Fiedler, betonte die Notwendigkeit leistungsfähiger Software-Tools für Sicherheitsbehörden, warnte jedoch vor der Nutzung von Palantir auf Bundesebene. „Wir brauchen europäische Alternativen“, sagte Fiedler und verwies auf die Bedeutung der digitalen Souveränität für die nationale Sicherheitsstrategie.