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Bundeseigenes Unternehmen verhandelt über LNG-Lieferungen mit Putin-Vertrautem

Ein Bundesunternehmen hat 2023 mit einem Vertrauten von Wladimir Putin über die Wiederaufnahme von LNG-Lieferungen verhandelt. Dies geht aus Recherchen des NDR hervor.

Bundeseigenes Unternehmen verhandelt über LNG-Lieferungen mit Putin-Vertrautem
Bild: Tagesschau

Wie die Tagesschau berichtet, reiste Egbert Laege, der Chef der bundeseigenen Firma SEFE, Anfang April 2023 nach Dubai, um mit Leonid Mikhelson, dem Chef der Gasfirma Novatek und einem engen Vertrauten von Wladimir Putin, über die Wiederaufnahme von Flüssigerdgas-Lieferungen aus Sibirien zu verhandeln. Laege beschreibt die Atmosphäre des Treffens als offen und betont, dass Mikhelson bereit war, ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen.

Diese Gespräche stehen im Widerspruch zur Politik des damaligen Robert Habeck, der sich klar gegen eine Abhängigkeit von russischem Gas ausgesprochen hatte. Im März 2023 verkündete Habeck stolz, dass Deutschland ohne russisches Gas durch den Winter gekommen sei und dass deutsche Firmen kein Gas mehr in Russland kaufen würden.

Die Verhandlungen von Laege werfen Fragen auf, insbesondere da sie nur wenige Tage nach Habecks Besuch in Kiew stattfanden, wo er Unterstützung für die Ukraine zusicherte. In einem internen Memo deutet Laege an, dass ihm die politische Brisanz seines Vorhabens bewusst ist, dennoch treibt er die Gespräche voran.

Laege und Mikhelson planen, einen alten Vertrag aus dem Jahr 2015 wiederzubeleben, als SEFE noch als Gazprom Germania firmierte. Nach der Verstaatlichung von Gazprom Germania im Jahr 2022 und der Umbenennung in SEFE hat die russische Regierung jedoch den Zugang zu SEFE boykottiert.