Der Reisekonzern Tui hat am Dienstag in Hannover mitgeteilt, dass der Iran-Krieg das Reiseverhalten vieler Urlauber erheblich verändert. Immer mehr Reisende entscheiden sich für kurzfristige Buchungen und ziehen Ziele im westlichen Mittelmeerraum, wie Spanien und Griechenland, vor.
Besonders besorgniserregend ist, dass knapp die Hälfte der Verbraucher, die in diesem Sommer verreisen wollten, bislang noch keine Buchung vorgenommen hat. Tui erwartet, dass die Nachfrage nach Reisen in die Balearen und Kanaren sowie nach Griechenland steigen wird.
Die Unsicherheiten durch den Iran-Krieg haben auch Auswirkungen auf die Preisgestaltung. Tui verzeichnet höhere Durchschnittspreise bei eigenen Hotels und Kreuzfahrten. Trotz dieser Herausforderungen hält das Unternehmen an seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 fest, die bereits im April gesenkt wurde.
Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) soll weiterhin zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro liegen, was dem Vorjahresniveau von 1,4 Milliarden Euro möglichst nahekommen soll. Die ursprünglich erwartete Umsatzsteigerung von 7 bis 10 Prozent wurde bereits aufgegeben.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres bis Ende März blieb der Umsatz mit 8,56 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahresniveau. Der saisonbedingte bereinigte operative Verlust verringerte sich trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg und den Hurrikan „Melissa“ auf Jamaika um gut ein Viertel auf rund 116 Millionen Euro. Der Krieg im Nahen Osten belastete das Ergebnis mit etwa 40 Millionen Euro, während der Hurrikan weitere 5 Millionen Euro kostete.
Insgesamt verreisten 12,8 Millionen Gäste mit Tui, was einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt.



