Die Suche nach einer Zugfahrkarte von der Ukraine nach Europa gleicht oft einer Lotterie. Kaum werden Tickets freigeschaltet, sind sie auch schon wieder weg – ein frustrierendes Problem für viele Reisende, die Verwandte besuchen, geschäftlich unterwegs sind oder einfach nur in den Urlaub fahren möchten.
Die ukrainische Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja (UZ) hat nun selbst Ratschläge veröffentlicht, wie Passagiere die Hürden umgehen können. Demnach gibt es mehrere offizielle Wege, an Tickets zu gelangen, die über die bekannte Website oder App hinausgehen. Besonders für internationale Verbindungen in Länder wie Polen, die Slowakei oder Rumänien lohnt es sich, alternative Buchungskanäle zu nutzen.
Ein zentraler Tipp betrifft den Zeitpunkt des Buchen. Die Bahn empfiehlt, sich genau über die Freischaltung der Tickets zu informieren und dann schnell zu sein. Oft werden Kontingente zu festgelegten Uhrzeiten freigegeben, sodass pünktliches Einloggen entscheidend sein kann. Zudem weist UZ darauf hin, dass nicht alle Verbindungen über denselben Vertriebsweg laufen; manche Tickets sind nur an bestimmten Schaltern oder über Partnerunternehmen erhältlich.
Hintergrund der anhaltenden Knappheit ist der enorme Bedarf. Seit Beginn des Krieges ist die Bahn für viele Ukrainer ein lebenswichtiges Transportmittel – sowohl innerhalb des Landes als auch für Reisen ins Ausland. Gleichzeitig hat die Infrastruktur unter den Kampfhandlungen gelitten, was das Angebot zusätzlich einschränkt. Die Nachfrage übersteigt bei weitem die verfügbaren Plätze, besonders zu Ferienzeiten oder an Wochenenden.
Für Reisende bedeutet das: Flexibilität ist gefragt. Wer alternative Abfahrtsorte oder Zwischenstopps in Betracht zieht, erhöht seine Chancen. Auch das Buchen in mehreren Etappen – etwa erst bis zur Grenze und dann mit einem regionalen Zug weiter – kann eine Lösung sein. Die Bahn rät zudem, sich frühzeitig über eventuelle Sonderzüge oder zusätzliche Verbindungen zu informieren, die oft kurzfristig angekündigt werden.
Langfristig plant UZ, das Buchungssystem zu modernisieren und die Transparenz zu erhöhen. Bereits im Sommer wurden für beliebte Inlandsstrecken neue Regeln eingeführt, die die Stornierung erschweren und spekulatives Buchen reduzieren sollen. Ob ähnliche Maßnahmen auch für internationale Verbindungen geplant sind, ist noch unklar.
Bis dahin bleibt für viele Ukrainer die Zugreise eine Herausforderung, die Geduld und strategisches Vorgehen erfordert. Die Tipps der Bahn zeigen jedoch, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, an ein Ticket zu kommen – wenn man weiß, wie.



