Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:38 DE / UKR / EN

Handball-Meistertrainer erleidet zweiten Schlaganfall

Jaron Siewert, der die Füchse Berlin zur Meisterschaft führte, erlitt nach seiner Freistellung einen weiteren Schlaganfall. Der 32-Jährige spricht erstmals öffentlich über den gesundheitlichen Zusammenbruch und die persönliche Krise.

Handball-Meistertrainer erleidet zweiten Schlaganfall
Bild: Robert Hernandez Villalta / Pexels

Ein zweiter Schlaganfall mit 32 Jahren – das ist die erschütternde Diagnose, die Jaron Siewerts Leben auf den Kopf stellte. Der Handball-Meistertrainer, der im Juni 2025 mit den Füchsen Berlin den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte, kämpft nun mit den gesundheitlichen Folgen und der Verarbeitung seiner abrupten Karriereunterbrechung.

Im September wurde Siewert gemeinsam mit Sportchef Stefan Kretzschmar von den Füchsen Berlin freigestellt. Nur zwei Monate später traf ihn der nächste gesundheitliche Schlag. „Zwei Monate nach meinem Rausschmiss habe ich einen Schlaganfall erlitten“, berichtet Siewert im Gespräch mit BILD. „Und da bin ich wirklich am Boden angekommen. Das hat mir im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen weggezogen.“

Die doppelte Belastung aus beruflicher Enttäuschung und gesundheitlichem Zusammenbruch wirft Fragen zum Umgang mit Spitzensportlern und Trainern in Krisensituationen auf. Siewerts Fall zeigt, wie schnell sich beruflicher Druck in ernsthafte Gesundheitsprobleme verwandeln kann – selbst bei jungen, erfolgreichen Profis.

Der Trainer, der noch vor wenigen Monaten den Meistertitel holte, musste sein Leben komplett neu ordnen. Die plötzliche Freistellung und der darauffolgende Schlaganfall ließen ihn alles hinterfragen. Seine Offenheit über diese persönliche Krise macht auf ein Tabuthema im Profisport aufmerksam: die psychische und physische Gesundheit von Trainern unter Erfolgsdruck.

Siewerts Geschichte wirft ein Schlaglicht auf die oft unsichtbaren Risiken im Hochleistungssport. Während Spieler regelmäßig medizinisch überwacht werden, gerät das Wohl der Trainer häufig aus dem Fokus – obwohl sie ähnlichem Stress ausgesetzt sind. Der Fall des Berliner Meistertrainers könnte dazu beitragen, das Bewusstsein für diese Problematik zu schärfen.

Was als Karrierehöhepunkt begann, endete vorerst in einer gesundheitlichen und beruflichen Zäsur. Siewerts Weg zurück in den Sport ist ungewiss, doch seine Offenheit könnte anderen in ähnlichen Situationen Mut machen. Der Handball-Profi zeigt, dass auch vermeintlich unverwundbare Erfolgsmenschen verletzlich sind – und dass über solche Verletzlichkeit gesprochen werden muss.