Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics sieht sich dem größten Streik seiner Unternehmensgeschichte gegenüber. Ab dem 21. Mai planen mehr als 45.000 Beschäftigte, für 18 Tage die Arbeit niederzulegen. Ein solcher Ausstand könnte die globalen Lieferketten erheblich beeinträchtigen, da Samsung der weltgrößte Anbieter von Speicherchips ist.
Die Bank JPMorgan schätzt, dass der Streik dem Unternehmen bis zu 31 Billionen Won, umgerechnet etwa 20,79 Milliarden Dollar, an operativem Gewinn kosten könnte. Im Zentrum des Konflikts stehen die Gewinnverteilungen aus dem Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI). Die Gewerkschaft hat ein Angebot zur Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen abgelehnt und fordert einen Austausch der Verhandlungsführer auf Unternehmensseite.
Die Arbeitnehmervertreter verlangen eine Erhöhung der Grundgehälter um sieben Prozent sowie die Verteilung von 15 Prozent des jährlichen operativen Gewinns als Boni. Diese Forderungen stehen im Kontrast zu den Prämien des Konkurrenten SK Hynix, der die Obergrenzen für Mitarbeiterboni abgeschafft hat.
Zusätzlich gibt es interne Spannungen, da die Boni für Mitarbeiter der profitablen Speicherchip-Sparte bis zu 607 Prozent ihres Jahresgehalts betragen sollen, während die Beschäftigten der defizitären Auftragsfertigung nur 50 bis 100 Prozent erhalten sollen. Die südkoreanische Regierung hat bereits vor den möglichen wirtschaftlichen Schäden eines Streiks gewarnt und könnte eine Zwangsschlichtung einleiten.



