Der letzte Bundesliga-Spieltag brachte im Frankfurter Stadion ein erschreckendes Bild: Eintracht-Fans zündeten Raketen und sorgten für Verletzte. Philipp Reschke, ein Funktionär des Vereins, äußerte sich besorgt und stellte fest, dass einige Beteiligte „den Verstand verloren“ hätten. Diese Worte sind bemerkenswert, da in der Vergangenheit oft von Emotionen und Fankultur die Rede war.
Die Vorfälle während des Spiels gegen den Stuttgart werfen Fragen auf. Zuschauer berichteten von Angst und Unsicherheit, selbst wenn sie nicht direkt neben den Zündlern standen. Die Pyro-Show, die als Ausdruck von Leidenschaft galt, hat nun eine neue Dimension erreicht, die nicht mehr akzeptabel ist.
In den letzten Jahren haben führende Stimmen aus den Fangruppen betont, dass Leidenschaft Freiräume benötigt und dass man im Grenzen diskutieren sollte. Doch die Ereignisse am Samstag zeigen, dass diese Vorstellungen erschüttert wurden. Wer in solch großen Mengen Sprengkörper ins Stadion bringt, plant einen Eklat und nimmt Verletzungen in Kauf.
Aussagen deuten auf eine späte Einsicht hin, dass die Konflikte im Stadion nicht durch Nähe gelöst werden können. Im deutschen Fußball, insbesondere in Frankfurt, hat sich über Jahre eine merkwürdige Unschärfe entwickelt. Klubs feierten die Ultras und deren Choreographien, während Grenzüberschreitungen oft als bedauerliche Begleiterscheinungen betrachtet wurden.
Die Beschwörung der besonderen Stimmung bei Spielen der Eintracht verliert ihre Überzeugungskraft, wenn Menschen verletzt werden. Die Vorfälle am letzten Spieltag könnten einen Wendepunkt darstellen, an dem die Fankultur neu bewertet werden muss.



