Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:57 DE / UKR / EN

Merz telefoniert mit Alijew über Kaukasus-Konflikt

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew telefoniert. Das Gespräch konzentrierte sich auf die angespannte Sicherheitslage im Südkaukasus und die bilateralen Beziehungen.

Merz telefoniert mit Alijew über Kaukasus-Konflikt
Bild: Christian Wasserfallen / Pexels

Die fragile Sicherheitslage im Südkaukasus bleibt eine ständige Herausforderung für die europäische Außenpolitik. Bundeskanzler Friedrich Merz hat nun direkt mit Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew telefoniert, um über die anhaltenden Spannungen in der Region zu sprechen.

Das Telefonat fand am Dienstag statt, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte. Die beiden Staatschefs diskutierten die aktuelle Situation im Südkaukasus, wo Aserbaidschan und Armenien trotz eines Waffenstillstandsabkommens weiterhin in Konflikt stehen.

Merz betonte dabei Deutschlands Interesse an Stabilität in der Region. Er verwies auf die Bedeutung einer friedlichen Lösung für die Sicherheit Europas und die wirtschaftlichen Verbindungen. Der Bundeskanzler zeigte sich besorgt über mögliche neue Eskalationen, die auch die Energieversorgung und Handelsrouten beeinträchtigen könnten.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Aserbaidschan standen ebenfalls auf der Agenda. Beide Seiten bekräftigten ihr Interesse an einer vertieften Zusammenarbeit, insbesondere im Energiebereich. Aserbaidschan ist ein wichtiger Gaslieferant für Europa und gewinnt seit der Reduzierung russischer Importe weiter an Bedeutung.

Das Telefonat folgt einer Reihe diplomatischer Kontakte der Bundesregierung mit regionalen Akteuren. Merz hatte zuvor bereits mit anderen Staatschefs aus der Region gesprochen, darunter dem Präsidenten Nigerias. Die Gespräche zeigen Deutschlands verstärktes Engagement in internationalen Konfliktherden.

Experten sehen in dem Austausch einen Versuch, Deutschlands Rolle als Vermittler zu stärken. Die Bundesregierung versucht, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und gleichzeitig die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu wahren. Die Situation im Südkaukasus bleibt jedoch komplex, mit tief verwurzelten historischen und territorialen Streitigkeiten.

Für Deutschland hat die Stabilität in der Region direkte Auswirkungen. Neue Spannungen könnten die Energiepreise beeinflussen und Flüchtlingsbewegungen auslösen, die auch Europa erreichen. Das Telefonat zeigt, dass die Bundesregierung diese Risiken ernst nimmt und aktiv nach Lösungen sucht.

Die nächsten Schritte bleiben ungewiss. Beobachter erwarten weitere diplomatische Kontakte, möglicherweise auch mit Armenien. Die Bundesregierung wird wahrscheinlich versuchen, im Rahmen der EU eine koordinierte Herangehensweise zu entwickeln, um nachhaltigen Frieden in der Region zu fördern.