Wie die Kyiv Post berichtet, sind die ukrainischen Drohnenangriffe tief im russischen Hinterland ein kalkuliertes Signal an Moskau. Der Politikwissenschaftler Gustav Gressel erklärt, die Angriffe sollten demonstrieren, dass Kyiv in der Lage sei, den Krieg zu eskalieren und Russland Kosten aufzuerlegen. Die Attacken zielen darauf ab, die russische Wirtschaft zu schwächen, indem sie Energieinfrastruktur treffen, und die Militärproduktion zu stören.
Symbolik und Strategie
Die Bilder aus Moskau der vergangenen Tage sprechen nach Ansicht von Gressel eine deutliche Sprache: Ukrainische Drohnenangriffe auf Ziele in der russischen Hauptstadt haben den Krieg ins Herz der Staatsmacht getragen und die Grenzen der russischen Luftabwehr offengelegt. Die Erzählung des Kremls von einer kontrollierten „speziellen Militäroperation“ sei dadurch erheblich untergraben worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet die Angriffe als „absolut faire Antwort“.
Gressel bewertet die Angriffe jedoch nicht als Wendepunkt im Krieg. Er betont, dass sie in erster Linie strategischen Zielen dienten und weniger eine militärische Wende signalisierten. Die Angriffe seien eine Botschaft an Moskau gewesen – und das sei auch ihr Zweck gewesen. Vor dem 9. Mai habe Russland starke Drohungen ausgestoßen, jede Störung seiner Siegesparade werde Konsequenzen haben, und sogar gewarnt, es könne Kyiv zerstören. Die Botschaft aus Kyiv laute nun: „Wir können das auch, ihr könnt das nicht.“
Hintergrund der Eskalation
Nach einem Waffenstillstand und einem kleineren Gefangenenaustausch habe Russland seine Angriffe auf die Ukraine wieder aufgenommen. Aus ukrainischer Sicht bestehe die Sorge, dass Russland eine Strategie des anhaltenden Terrors verfolge, um das Land zu zermürben. Kyiv wisse, dass die Verteidigung gegen solche Angriffe mit der Zeit schwieriger werde. Daher sei das Signal der Drohnenangriffe: „Massenangriffe auf uns bleiben nicht ungestraft; wir können das auch.“
Quelle: www.kyivpost.com



