Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:58 DE / UKR / EN

Vier Tote bei russischem Raketenangriff auf Kyjiw

Bei einem russischen Raketenangriff auf Kyjiw sind in der Nacht vier Menschen getötet und 56 verletzt worden, wie die Zeit unter Berufung auf Bürgermeister Vitali Klitschko berichtet.

Vier Tote bei russischem Raketenangriff auf Kyjiw
Bild: img.zeit.de

Russland hat in der Nacht die ukrainische Hauptstadt Kyjiw mit einer Serie von Raketenangriffen getroffen. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko kamen vier Menschen ums Leben – zwei in der Stadt und zwei im Umland –, 56 weitere wurden verletzt, darunter mehrere Kinder. Klitschko rief die Bevölkerung auf, in Schutzräumen zu bleiben. Insgesamt wurden 40 Gebäude beschädigt, in mehreren Stadtteilen brachen Brände aus, einer davon nahe dem Regierungsviertel.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte bestätigten den Einsatz von Hyperschallraketen und Marschflugkörpern. Der Leiter der Kommunikationsabteilung, Jurij Ihnat, erklärte gegenüber RBK-Ukraine, dass Russland auch die Oreschnik-Mittelstreckenrakete abgefeuert habe – vom Truppenübungsplatz Kapustin Jar aus. Die Rakete schlug rund 80 Kilometer südlich von Kyjiw bei Bila Zerkwa ein. Polen sicherte als Reaktion vorsorglich seinen Luftraum, ein bei größeren Angriffen übliches Vorgehen, das auch den Aufstieg von Nato-Kampfjets einschließen kann.

Hintergrund des Angriffs ist nach russischer Darstellung ein ukrainischer Angriff auf ein Wohnheim in Starobilsk im besetzten Gebiet Luhansk, bei dem mindestens 18 Studierende getötet worden sein sollen. Wladimir Putin hatte daraufhin eine Reaktion gefordert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits am Vorabend vor einem bevorstehenden Angriff mit der Oreschnik-Rakete gewarnt und die internationale Gemeinschaft zu vorbeugenden Maßnahmen aufgerufen.

EuroPulse berichtete am 23. Mai 2026 über den Einsatz ukrainischer Drohneneinheiten nahe der russischen Grenze: Mit Drohnen gegen Russland: Ein Tag bei der Lava-Brigade nahe der Grenze.

Quelle: www.zeit.de