Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:19 DE / UKR / EN

Bailey: Keine Eile bei Zinserhöhung wegen Iran-Krieg

Der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, sieht keinen Grund für eine schnelle Zinserhöhung. Wie der Guardian berichtet, bleibt der Leitzins vorerst bei 3,75 Prozent, solange die Folgen des Iran-Kriegs unklar sind und die britische Wirtschaft schwach wächst.

Bailey: Keine Eile bei Zinserhöhung wegen Iran-Krieg
Bild: i.guim.co.uk

Die Bank of England (BoE) zeigt sich angesichts des Iran-Kriegs und der schwachen Konjunktur zurückhaltend bei Zinserhöhungen. Gouverneur Andrew Bailey sagte, es bestehe kein Grund zur Eile, die Kreditkosten anzuheben. Der Leitzins werde voraussichtlich den Sommer über bei 3,75 Prozent bleiben, berichtet der Guardian.

Bailey erklärte auf einer Konferenz der isländischen Zentralbank in Reykjavik, die wirtschaftliche Lage habe sich seit Beginn der Bombardierung des Iran durch die USA und Israel verschlechtert. Man müsse die Entwicklung im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die britische Wirtschaft und Inflation genau beobachten und die Geldpolitik bei Bedarf anpassen.

Eine vorübergehend über dem Zwei-Prozent-Ziel liegende Teuerung sei angesichts der Schwäche der Realwirtschaft und der Unsicherheit über Ausmaß und Dauer des Schocks hinnehmbar, so Bailey. Dies diene dazu, die Konjunktur zu stützen. Allerdings würde diese Toleranz schwinden, wenn Anzeichen für längerfristige Preissteigerungen sichtbar würden.

Zu Jahresbeginn hatten die Finanzmärkte noch mit zwei Zinssenkungen auf 3,25 Prozent gerechnet. Seit Beginn des Iran-Kriegs hat sich die Erwartung umgekehrt: Nun wird ein Anstieg um 0,25 Prozentpunkte auf vier Prozent noch vor Dezember prognostiziert.

Quelle: www.theguardian.com