Die Annahme, das iranische Regime würde nach den tödlichen Angriffen auf seine Führungsspitze schnell kollabieren, hat sich nicht bestätigt. Stattdessen demonstriert die Islamische Republik in der dritten Kriegswoche eine bemerkenswerte Überlebensfähigkeit, die viele Beobachter überrascht.
Die Revolutionsgarden operieren trotz erheblicher Rückschläge weiter. Ihr flexibles Kommandosystem ermöglicht es, militärische Aktivitäten aufrechtzuerhalten, obwohl mit Oberster Führer Ali Khamenei und mehreren hochrangigen Kommandeuren Schlüsselfiguren ausgeschaltet wurden. Diese Widerstandsfähigkeit widerlegt frühe Prognosen eines schnellen Zusammenbruchs.
Doch unter der Oberfläche wächst der Druck. Wie die Deutsche Welle berichtet, zeigen sich in Interviews mit Analysten deutliche Anzeichen für Spannungen innerhalb des Machtapparats. „Aber mit Beginn der dritten Kriegswoche wird klar, dass diese Einschätzung nicht der Realität entspricht. Irans Machtstruktur hat den ersten Schock überwunden“, heißt es in einer Analyse des Senders.
Die komplexe Verflechtung von Gremien und Institutionen, die das Regime stützt, erweist sich gleichzeitig als Stärke und Schwäche. Während sie Kontinuität ermöglicht, erschwert sie auch klare Nachfolgeregelungen. Die Frage, wer nach Khameneis 36-jähriger Herrschaft die Führung übernehmen könnte, bleibt ungelöst und birgt Konfliktpotenzial.
International wächst die Besorgnis über die Eskalation. Deutschland, Frankreich, Kanada, Italien und Großbritannien äußerten sich in einer gemeinsamen Erklärung „zutiefst besorgt über die eskalierende Gewalt“ und riefen zu sofortiger Deeskalation auf. Die regionale Instabilität betrifft direkt europäische Sicherheitsinteressen.
Für die Menschen im Iran bedeutet die anhaltende Krise weitere Unsicherheit. Die wirtschaftlichen Sanktionen verschärfen sich, während interne Machtkämpfe die Versorgungslage beeinträchtigen könnten. Die Frage ist nicht mehr, ob das Regime fällt, sondern wie es sich unter extremem Stress transformiert – und welche Folgen das für die Region haben wird.



