Wie Business Insider berichtet, können russische Streitkräfte ukrainische Militärfabriken trotz intensiver Angriffe nicht mehr zerstören. Grund ist ein radikaler Strategiewechsel: Statt auf wenige große, zentralisierte Werke zu setzen, verteilen ukrainische Rüstungsunternehmen die Produktion auf zahlreiche kleine Standorte – oft in verschiedenen europäischen Ländern. Dieser Ansatz solle zum Standard für die gesamte europäische Verteidigungsindustrie werden, heißt es in dem Bericht.
Der stellvertretende Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Dawid Alojan, betonte gegenüber Business Insider: „Einigen Ländern sollte das auf jeden Fall tun.“ Auch Vertreter der Rüstungsbranche teilen diese Einschätzung. Der Chef des ukrainisch-estnischen Ark Robotics, der aus Sicherheitsgründen unter dem Achi auftritt, erklärte, seine Firma vermeide bewusst den Bau großer „Gigafabriken“, um kein lohnendes Ziel zu bieten. Ark Robotics mit Sitz in Estland und einem Ingenieurzentrum in Kiew entwickelt Drohnen, Bodenroboter und Software für autonome Systeme. Die Teams arbeiten in mehreren europäischen Ländern, Tests finden teils nahe der Front in der Ukraine statt.
Andere ukrainische Firmen wie Frontline Robotics haben ebenfalls auf eine Multi-Standort-Strategie umgestellt. Das Unternehmen gab an, sein System sei so ausgelegt, dass es den Verlust jedes einzelnen Standorts verkraften könne. Allerdings führe die ständige Verlagerung der Produktion zwischen verschiedenen Punkten zu erheblichen organisatorischen Herausforderungen. Die Unternehmen ziehen aus dem Krieg in der Ukraine eine zentrale Lehre: „Widerstandsfähigkeit darf nicht von einem einzigen Objekt, einem einzigen Lieferanten oder einer einzigen Geografie abhängen. Moderne Verteidigung erfordert verteilte Fähigkeiten, die auch unter Druck weiterarbeiten können.“
Quelle: www.unian.ua



