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Putins Trump-Anruf vor Kyiv-Angriff: Selenskyj sieht Taktik

Am 15. Juni hat Russland einen massiven Angriff auf Kyjiw geflogen. Präsident Selenskyj vermutet, dass Putin den Anruf bei Donald Trump am Vortag bewusst tätigte, um sich nicht rechtfertigen zu müssen.

Putins Trump-Anruf vor Kyiv-Angriff: Selenskyj sieht Taktik
Bild: 24tv.ua

Wie 24tv berichtet, rief Kremlchef Wladimir Putin am 14. Juni US-Präsident Donald Trump an, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren. Einen Tag später, am 15. Juni, erfolgte ein massiver russischer Angriff auf die ukrainische Kyjiw. Für Präsident Wolodymyr Selenskyj ist der zeitliche Zusammenhang kein Zufall: Putin habe den Anruf bewusst vor der Attacke platziert, um sich nicht vor Trump für den Angriff rechtfertigen zu müssen. Wäre die Attacke früher erfolgt, hätte Putin in dem Gespräch Erklärungen liefern müssen, so Selenskyj.

Der Leiter des Zentrums für öffentliche Analytik „Vezha“, Walerij Klotschko, sieht eine noch komplexere Strategie Putins. Gegenüber 24tv erklärte er, Trump sei die Lage in der Ukraine weitgehend gleichgültig. Der US-Präsident verfolge vielmehr eine große Einigung mit China, in der Russland nur ein Element sei. Putin habe dies einkalkuliert. Zudem sei es dem Kremlchef wichtig gewesen, vor dem G7-Gipfel (15.–17. Juni im französischen Évian-les-Bains) mit Trump zu sprechen und der Welt zu demonstrieren, dass Russland trotz internationaler Gespräche weiter Krieg führen könne.

Klotschko wies auch auf die Reaktion europäischer Partner hin. Zwar hätten sie den Angriff auf Kyjiw, insbesondere auf die Mariä-Entschlafens-Kathedrale der Kyjiwer Höhlenkloster, scharf verurteilt. Doch für Europa sei der Krieg in der Ukraine in erster Linie eine Frage der eigenen Sicherheit, nicht der Sicherheit der Ukraine. Die Hilfe für Kyjiw sei substanziell, aber Europa verfolge andere strategische Ziele.

Quelle: 24tv.ua