Die Hitzewelle, die Europa derzeit erfasst, ist außergewöhnlich heftig. Der europäische Umweltkorrespondent des Guardian, Ajit Niranjan, steht den Lesern in einer Live-Fragerunde Rede und Antwort – zu den Gründen für die extreme Hitze, aber auch zu den politischen und gesellschaftlichen Folgen.
Ein Leser fragte, ob Klimaschutz zwangsläufig in eine globale Autokratie führe. Niranjan verneint: Autokratien bauten bereits Windräder und Solaranlagen in armen Ländern, börsennotierte Firmen in Demokratien erhielten Staatshilfen für CO2-Abscheidung, Städte verwandelten Parkplätze in Radwege und Einzelpersonen tauschten Steak gegen Tofu. All das seien wichtige Schritte in wissenschaftlichen Fahrplänen zur Dekarbonisierung bis zur Jahrhundertmitte.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war das Paradoxon, dass rechtspopulistische Parteien in Westeuropa Klimaschutz ablehnen, obwohl ihre Wähler die Klimawissenschaft mehrheitlich akzeptieren. Niranjan zufolge zeigen Umfragen, dass weniger als zehn Prozent der Bevölkerung die Klimawissenschaft leugnen, während rechtspopulistische Parteien, die dies tun, regelmäßig über 20 Prozent der Stimmen erhalten. Die offensichtliche Erklärung sei, dass die Wähler aus anderen Gründen – vor allem Migration – für diese Parteien stimmten. Warum die Parteien dennoch so viel Energie auf die Klimafeindlichkeit verwendeten, sei weniger klar. Eine plausible Theorie sei, dass die Rechte den Kampf um Migration bereits als gewonnen betrachte und nun neue Schlachtfelder brauche, um sich von den etablierten Parteien abzugrenzen.
Quelle: www.theguardian.com



