Am Sonntag wurde ein ukrainisches Paar in der polnischen Stadt Breslau (Wrocław) von drei Männern zusammengeschlagen. Die Polizei hat bislang zwei Verdächtige festgenommen. Der polnische Premierminister Donald Tusk erinnerte daran, dass die Welt vor wenigen Jahren noch die Solidarität der Polen mit den Flüchtlingen aus der Ukraine bewundert habe – „All das wird jetzt zerstört“, sagte er.
Polnische und ukrainische Medien analysieren den Stimmungswandel. Die Zeitung Rzeczpospolita fordert Politiker zum Eingreifen auf: Die Rechte rühme sich gern, Polen sei ein sicheres Land, in dem Frauen nachts allein spazieren könnten – „es sei denn, sie sind selbst Migranten, wie die angegriffene Ukrainerin“. Es sei höchste Zeit, „Genug!“ zu sagen und die Normalisierung von Gewalt zu stoppen.
Das Wochenblatt Tygodnik Powszechny spricht von einem „unsettled“ genannten öffentlichen Klima, das aus „widerlichen Vorurteilen“ resultiere, die von russischer Propaganda und der eigenen politischen Klasse geschürt würden. Die ukrainische European Pravda appelliert an Brüssel: Die Haltung gegenüber Ukrainern habe sich bei einem Drittel der Polen verschlechtert, der polnische Staat sei offenbar nicht in der Lage, das Problem zu lösen – und habe es teils selbst verschärft. Die EU könne hier die einflussreichste Stimme sein.
Quelle: www.kyivpost.com



