Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache sagte, wurden die Schiffe in der ausschließlichen Wirtschaftszone Bulgariens angegriffen. Nach Angaben des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha auf der Plattform X brach auf einem der getroffenen Schiffe ein Feuer aus, woraufhin 18 Besatzungsmitglieder das Schiff notfallmäßig verlassen mussten.
Die Abstimmung mit der bulgarischen Seite bestätigte, dass der Angriff durch eine kombinierte russische Attacke mit See- und Luftdrohnen erfolgte. Die ukrainischen Verteidigungskräfte hätten in diesem Gebiet des Schwarzen Meeres keine Operationen durchgeführt.
Betroffen waren den Angaben zufolge die beiden zivilen Frachter ALFA WATAN unter der Flagge Togos und ABLE unter der Flagge Palaus. Die ALFA WATAN war auf dem Weg vom ägyptischen El-Arish nach Sulina in Rumänien und sank nach dem Angriff; das Schicksal ihrer Besatzung ist bislang unbekannt, an der Unglücksstelle wurden leere Rettungsinseln gefunden. Die ABLE fuhr von rumänischen Galatz nach Istanbul.
Der Zwischenfall ereignete sich nur einen Tag, nachdem Russland ein türkisches ziviles Frachtschiff mit Nahrungsmitteln angegriffen hatte, wobei dessen Kapitän getötet wurde. Zuvor war zudem ein Frachter in rumänischen Hoheitsgewässern getroffen worden, und russische Drohnen wurden wiederholt im Luftraum Moldaus registriert.
Selenskyj betonte, Russland plane genau dies: die Eskalation ständig zu steigern, und es müsse eine klare Reaktion auf diese russische Aggressivität geben. Alle ukrainischen Fachdienste, Verteidigungskräfte und der Geheimdienst hätten den Auftrag erhalten, eng mit internationalen Partnern zusammenzuarbeiten, um die gemeinsamen Schutzmöglichkeiten zu stärken.
Sybiha warnte, systematische Angriffe auf Handelsschiffe machten den westlichen Teil des Schwarzen Meeres für jede Schifffahrt unsicher. Dies führe zu einer Kette negativer Folgen für die ganze Welt und treibe die Kosten für Versicherung und Frachttransport in die Höhe. Die Freiheit der Schifffahrt verliere ihren Sinn, wenn Russland sie zu einem Risiko für zivile Besatzungen und Schiffe machen könne, so der Minister. Die Ukraine fordert die Weltgemeinschaft auf, sich nicht auf die Bewältigung der Folgen zu beschränken, sondern die Gefahrenquelle selbst zu beseitigen, indem das aggressive Potenzial Russlands verringert wird.
Quelle: 24tv.ua



