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Russische Drohnenangriffe auf Charkiw: elf Verletzte

Bei russischen Drohnenangriffen auf Charkiw sind am Montag elf Menschen verletzt worden. Die Angriffe dauerten am Vormittag an, auch die Region Schytomyr wurde in der Nacht getroffen.

Russische Drohnenangriffe auf Charkiw: elf Verletzte
Archivfoto: Харківська обласна державна адміністрація / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Bei russischen Drohnenangriffen auf Charkiw sind am Montag elf Menschen verletzt worden. Die Angriffe dauerten am Vormittag an, auch die Region Schytomyr wurde in der Nacht getroffen.

Bei einer Serie russischer Drohnenangriffe auf Charkiw sind am Montag elf Menschen verletzt worden. Wie der Bürgermeister der Stadt, Ihor Terechow, und der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Synjehubow, laut dem Nachrichtenportal 24tv.ua mitteilten, traf eine Drohne ein Wohnhaus im Stadtteil Kyjiwskyj. Zunächst war von fünf Verletzten die Rede, später stieg die Zahl auf elf.

Nach Angaben Synjehubows behandelten Mediziner am Morgen des 12. Oktober zwei Frauen im Alter von 74 und 80 Jahren, zwei Männer im Alter von 36 und 74 Jahren sowie einen zehnjährigen Jungen. Drei Menschen erlitten demnach Verletzungen, bei den übrigen stellten die Ärzte eine akute Stressreaktion fest. Alle Betroffenen seien vor Ort medizinisch versorgt worden. Gegen 9.45 Uhr meldete Synjehubow, eine russische Drohne sei auf dem Gelände eines privaten Anwesens niedergegangen; ein Zaun und Fensterscheiben seien beschädigt worden. Nach seinen Angaben war es der sechste Angriff auf den Stadtteil Kyjiwskyj an diesem Morgen.

Angriff auf die Energieinfrastruktur – trotz angekündigter Feuerpause

Bereits am Sonntag hatte Russland nach Darstellung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Energieinfrastruktur der Stadt getroffen. Wie der Kyiv Independent am 11. Oktober berichtete, sagte Selenskyj am Abend, soeben sei das Heizkraftwerk CHP-5 in Charkiw beschossen worden. Das Präsidialamt bestätigte dem Portal zufolge, dass der Angriff nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump erfolgte, es gebe eine „Energie-Feuerpause“ zwischen Russland und der Ukraine. Ein hochrangiger ukrainischer Beamter sagte dem Kyiv Independent, die Ukraine habe keine Informationen über eine solche Vereinbarung.

Trump hatte am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social erklärt, mit sofortiger Wirkung gelte eine „ENERGY CEASEFIRE“ im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. „Beide Seiten haben zugestimmt. Brecht sie nicht!“, schrieb er, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Selenskyj zeigte sich überrascht und sagte, die Vereinbarung sei „neu für mich“; Russland hat eine Zustimmung bislang nicht bestätigt. Am Sonntagabend erklärte Selenskyj laut dem Guardian, russische Angriffe hätten ukrainische Energieanlagen getroffen, obwohl Trump behauptet habe, beide Seiten wollten die Energieinfrastruktur der jeweils anderen Seite nicht mehr angreifen. In einem Beitrag auf X schrieb er, eine Drohne habe am Sonntag ein Kraftwerk in Kyjiw getroffen, was zu Stromausfällen in der Hauptstadt geführt habe. Kurz darauf meldete er einen Angriff auf ein Kraftwerk in Charkiw und ergänzte: „Der ukrainische Himmel war den ganzen Tag von russischen ‚Shaheds‘ verseucht.“

Sechs Tote am Sonntag, Zweifel an der Feuerpause

Nach Angaben ukrainischer Behörden töteten russische Angriffe am Sonntag sechs Menschen in zwei ukrainischen Städten. In Charkiw starben bei einem Treffer auf einen Lebensmittelladen drei Menschen, 20 wurden verletzt, darunter nach Angaben des Regionalgouverneurs zwei Kinder. Im Westen der Ukraine kamen bei einem russischen Angriff nach Behördenangaben drei Menschen ums Leben.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte am Montag vor einem Treffen der EU-Außenminister, die Europäische Union würde eine Feuerpause begrüßen, aber nur, „wenn sie hält“. „Wir haben noch nicht gesehen, dass auch Russland sich daran hält“, sagte Kallas laut dem Guardian. Der Oberbefehlshaber der NATO in Europa, Alexus Grynkewich, will auf einer Sicherheitskonferenz in Warschau eine Warnung an Russland richten, was die Fähigkeit des Bündnisses angeht, Angriffe aus Moskau abzuwehren. Der litauische Außenminister Kestutis Budrys forderte, die EU solle den russischen Militärgeheimdienst GRU als terroristische Organisation einstufen.

Der Streit zwischen Washington und Kyjiw hatte am Freitag begonnen, als Trump die Aufhebung von Sanktionen gegen russischen Dieselexport ankündigte. Er begründete dies mit sinkenden globalen und inländischen Kraftstoffpreisen vor den US-Zwischenwahlen im nächsten Monat. Selenskyj nannte die Entscheidung „schwach“ und sagte, sie werde Putin „Milliarden“ an zusätzlichen Einnahmen verschaffen. Trump forderte seinerseits, Selenskyj solle „verdammt noch mal aufhören“, russische Raffinerien anzugreifen, und sagte am Samstag, die Ukraine brauche einen „neuen Anführer“. Selenskyj entgegnete, es sei Sache der Ukrainer, „den einen oder anderen Anführer“ zu wählen. Dem Sender ABC News sagte er, er sei bereit, Trumps Forderungen zu akzeptieren und Wahlen zu organisieren, aber nur, wenn Putin einer „vollständigen“ 60-tägigen Feuerpause zustimme.

Die Ukraine wehrt seit Februar 2022 eine russische Invasion in großem Umfang ab. Das Land steht unter Kriegsrecht, Wahlen sind während dieser Zeit gesetzlich verboten. Wie das Nachrichtenportal pravda.com.ua unter Berufung auf die ukrainischen Luftstreitkräfte berichtete, setzte Russland in der Nacht zum 12. Oktober eine gelenkte Ch-59-Rakete aus dem Luftraum über dem Schwarzen Meer sowie 121 Angriffsdrohnen ein. Bis 9 Uhr am Montag seien 89 feindliche Drohnen abgeschossen oder unterdrückt worden, 55 davon mit Strahlantrieb, teilte die Luftwaffe laut dem Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda mit. Die Angriffe dauerten demnach an. In der Nacht zum 12. Oktober griffen russische Truppen nach Angaben von 24tv.ua zudem die Region Schytomyr an. Getroffen wurden demnach Objekte der Eisenbahn- und Energieinfrastruktur im Rajon Korosten. Der Norden der Region sei bereits seit dem Abend des 11. Oktober beschossen worden.

Quellen

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