Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Region Lwiw sind in der Nacht zum Dienstag in dem Dorf Murowane im Rajon Lwiw zwei Wohnhäuser in Brand geraten und drei Autos beschädigt worden. Das teilte der Leiter der Militärverwaltung der Region Lwiw, Maksym Kosyzkyj, in den sozialen Medien mit, wie die Nachrichtenagentur Ukrinform und das Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda am 13. Oktober berichten.
„Nach vorläufigen Informationen ist während des Luftalarms eine abgeschossene feindliche Drohne auf ein Wohnhaus im Dorf Murowane im Rajon Lwiw gestürzt. Zwei Häuser brennen“, zitiert Ukrinform Kosyzkyj. Nach seinen Angaben wurden zudem drei Autos beschädigt. Informationen über Verletzte lagen zunächst nicht vor, alle Rettungsdienste seien im Einsatz.
Die Angaben stützen sich auf den Gouverneur der Region und sind vorläufig. Eine unabhängige Bestätigung der Schäden durch eine zweite Behörde gibt es in den Quellen nicht.
Riwne und Sarnyj ebenfalls getroffen
Die Angriffe richteten sich in derselben Nacht auch gegen die Region Riwne. Wie das Nachrichtenportal Slowo i Dilo unter Berufung auf den Leiter der Militärverwaltung der Region Riwne, Oleksandr Kowal, berichtet, wurde die Stadt Riwne angegriffen. „Das Gebietszentrum wurde vor wenigen Minuten angegriffen. Ein nicht zu Wohnzwecken genutztes Gebäude wurde beschädigt. Nach vorläufigen Informationen wurden Menschen nicht verletzt“, schrieb Kowal demnach zunächst.
Später meldete der Beamte nach Angaben von Slowo i Dilo auch Angriffe auf den Rajon Sarnyj in der Region Riwne. Dort seien mehrere Einschläge feindlicher Drohnen auf stillgelegte Unternehmen registriert worden, zudem sei zivile Infrastruktur beschädigt worden. Nach Informationen lokaler Kanäle, auf die sich Slowo i Dilo beruft, handelt es sich um Wohnheime und Wohnhäuser.
Ukrinform meldet unter Berufung auf die Luftverteidigung, dass die ukrainischen Streitkräfte 89 von mehr als 120 Drohnen abgefangen haben, mit denen russische Truppen die Ukraine seit dem Abend des 11. Oktober angegriffen hatten. Diese Zahl bezieht sich auf den Zeitraum seit dem Abend des 11. Oktober und ist ein kumulativer Wert, der nicht nur die Angriffe der Nacht zum 13. Oktober umfasst.
Angriffe auf Charkiw und Kyjiw in den Tagen zuvor
Die Angriffe auf die Westukraine stehen im Zusammenhang mit mehreren russischen Luftschlägen in den letzten Tagen. Slowo i Dilo berichtet, dass russische Truppen am Montagabend, 12. Oktober, den Stadtteil Cholodna Hora in Charkiw mit „Banderol“-Raketen angegriffen hätten. Eine fünfstöckige Wohnhaus sei getroffen und ein Hauseingang vollständig zerstört worden. Bei dem massiven Angriff mit S-8000-Raketen des Typs „Banderol“ auf Charkiw seien mindestens elf Zivilisten verletzt worden, zwei von ihnen würden in schwerem Zustand im Krankenhaus behandelt.
Zudem berichtet Slowo i Dilo, dass russische Truppen Kyjiw mit ballistischen Raketen angegriffen hätten, wobei in der Hauptstadt Explosionen zu hören gewesen seien. Es seien Treffer an einem Objekt der Verkehrsinfrastruktur und an einem Lagergebäude registriert worden. Die Zahl der Toten nach dem Einschlag in ein 25-stöckiges Gebäude im Rajon Darnyzja sei auf zwei gestiegen.
Die Angaben zu Charkiw und Kyjiw stammen aus dem Bericht von Slowo i Dilo und beziehen sich auf den Abend des 12. Oktober beziehungsweise auf einen nicht näher genannten Zeitpunkt. Eine Bestätigung durch eine zweite Quelle in der vorliegenden Auswahl gibt es dafür nicht.
Was bislang offen bleibt
Zu möglichen Verletzten in der Region Lwiw und in der Region Riwne lagen am Dienstagvormittag keine Angaben vor. Die Behörden sprechen von vorläufigen Informationen. Ob die Brände in Murowane unter Kontrolle gebracht werden konnten und wie hoch der Sachschaden ist, geht aus den Berichten nicht hervor.
Anmerkung der Redaktion: Die Schilderung der Ereignisse beruht auf Angaben ukrainischer Regionalverwaltungen, die in der Regel zeitnah, aber nicht abschließend veröffentlicht werden. Für die Region Lwiw und die Region Riwne liegen keine unabhängigen Bestätigungen vor. Die Zahl der abgefangenen Drohnen bezieht sich auf einen mehrtägigen Zeitraum und lässt sich nicht allein der Nacht zum 13. Oktober zuordnen.



