Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:56 DE / UKR / EN

Bayerns Sicherheitsbilanz 2025: Kriminalität sinkt, Herausforderungen bleiben

Bayern verzeichnet die beste Sicherheitslage seit 1978. Doch hinter den positiven Zahlen verbergen sich anhaltende Probleme wie Wohnungseinbrüche und eine veränderte Tatverdächtigenstruktur.

Bayerns Sicherheitsbilanz 2025: Kriminalität sinkt, Herausforderungen bleiben
Bild: Darya Sannikova / Pexels

Die Kriminalität in Bayern geht zurück, doch die Sicherheitsdebatte ist damit nicht beendet. Neue Herausforderungen fordern die Polizei heraus und zeigen, wo die Grenzen der Statistik liegen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann präsentierte in München eine erfreuliche Bilanz: Mit Ausnahme des Corona-Jahres 2021 verzeichnete der Freistaat 2025 die beste Sicherheitslage seit 1978. Die Zahl der Straftaten sank um 4,8 Prozent auf 4.094 Delikte pro 100.000 Einwohner, während die Aufklärungsquote auf 66 Prozent stieg. Fast 80 Prozent der Bayern zeigen sich in Umfragen mit der Sicherheit zufrieden.

Herrmann betonte, diese Entwicklung widerlege Behauptungen einer dauerhaften Kriminalitätszunahme. „Diese Zahlen sind ein klares Zeichen: Unsere Sicherheitsstrategie greift“, sagte der Minister. Die Polizei setzt auf verstärkte Präsenz an Bahnhöfen und Innenstädten, gemeinsame Streifen mit der Bundespolizei und den Ausbau der Videoüberwachung an 17 Standorten.

Doch die Statistik zeigt auch problematische Entwicklungen. Während Gewaltdelikte um 4,5 Prozent zurückgingen, stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche um 5,6 Prozent auf 3.806 Fälle. Mehr als die Hälfte der festgenommenen Einbrecher waren Nichtdeutsche, oft aus Mittel- und Osteuropa. „Wir haben es hier zum Teil mit professionellen, internationalen Einbrecherbanden zu tun“, so Herrmann. Die Polizei will mit intensivierter Schleierfahndung und mehr Streifen in Wohngebieten gegensteuern.

Besonders auffällig ist der Anstieg des Anteils nichtdeutscher Tatverdächtiger auf 41,7 Prozent. Seit 2010 hat sich dieser Wert um 18 Prozentpunkte erhöht, während der Ausländeranteil an der Bevölkerung auf 15,6 Prozent stieg. Herrmann sieht hier einen „klaren Zusammenhang mit der hohen Zuwanderung der vergangenen Jahre“. Er forderte Konsequenzen: „Wer kein Bleiberecht hat, wer Straftaten begeht oder unsere Werte ablehnt, der muss unser Land wieder verlassen.“

Die Rückführungen stiegen 2025 um 21 Prozent, wobei 40 Prozent der Rückgeführten Straftäter waren. Herrmann begrüßte die Verlängerung der Binnengrenzkontrollen durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. „Solange der Schutz der europäischen Außengrenzen nicht zuverlässig funktioniert, brauchen wir weiterhin effektive Grenzkontrollen“, argumentierte er.

Im Bereich der Rauschgiftkriminalität registrierte die Polizei einen deutlichen Rückgang um über 27 Prozent. Herrmann führte dies auf die Cannabis-Gesetzesänderungen zurück, warnte aber vor falschen Schlüssen: „Durch das Cannabisgesetz entstehen für die Polizei nicht nur zusätzliche Kontroll- und Überwachungsaufgaben, sondern es erschwert auch die effektive Bekämpfung von Kriminalität erheblich.“

Cyberkriminalität ging zwar um 3.088 Fälle zurück, der Schaden stieg jedoch auf 55,9 Millionen Euro. Herrmann verwies auf eine hohe Dunkelziffer, da viele Straftaten im Netz nicht angezeigt würden.

Trotz aller Herausforderungen bleibt Bayern personell gut aufgestellt. Seit 2008 erhielt die Polizei fast 8.700 zusätzliche Stellen, mehr als in jedem anderen Bundesland. Mit über 45.700 Stellen wurde 2025 ein neuer Höchststand erreicht. Für 2027 sind weitere 200 Stellen geplant.

Die Sicherheitsbilanz zeigt somit ein gemischtes Bild: Während die Gesamtzahlen positiv sind, erfordern spezifische Problemfelder weiterhin besondere Aufmerksamkeit. Die Diskussion um Migration, Grenzkontrollen und internationale Kriminalität wird die Sicherheitspolitik in Bayern auch in Zukunft prägen.