Bei einem russischen Drohnenangriff auf den Zentralpark der Kleinstadt Nowa Wodolaha in der Region Charkiw sind am Montag sechs Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Wie die Staatsanwaltschaft der Region Charkiw mitteilte, wurden zudem 15 Menschen verletzt, unter ihnen sieben Kinder.
Der Angriff ereignete sich nach Angaben der Behörden am Montag, 19. Oktober, gegen 16.30 Uhr Ortszeit. Nach vorläufigen Erkenntnissen setzte die russische Armee eine Drohne vom Typ „Geran-3“ ein, wie die Charkiwer Regionalstaatsanwaltschaft laut Ukrinform mitteilte. Die Staatsanwaltschaft hat ein Vorverfahren wegen eines Kriegsverbrechens eingeleitet, das zum Tod von Menschen geführt hat (Teil 2 von Artikel 438 des ukrainischen Strafgesetzbuchs).
Innenminister Iwan Wyhiwskyj schrieb auf Telegram, die Drohne habe den Park getroffen, als sich dort viele Menschen aufhielten, darunter Familien mit Kindern. Nach seinen Angaben wurden zwei Frauen und ein Baby getötet, das in einem Kinderwagen lag. Der Angriff habe keinerlei militärischen Sinn gehabt, betonte Wyhiwskyj.
Der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synjehubow, nannte später die Namen und das Alter der Toten: Es handelt sich um drei Frauen im Alter von 28, 34 und 36 Jahren, einen etwa 40 Jahre alten Mann sowie zwei Mädchen. Die Angaben zum Alter der Mädchen weichen in den Berichten voneinander ab: Das Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda und der Gouverneur nennen ein Mädchen im Alter von 1,2 Jahren und ein elfjähriges Mädchen, die Kyiv Independent berichtet von einem achtjährigen und einem einjährigen Mädchen. Einigkeit besteht darin, dass das jüngste Opfer im August 2025 geboren wurde.
Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, das im Kinderwagen getötete Mädchen habe Angelina geheißen, ihre Mutter Inna sei im Krankenhaus gestorben. „Das sind schreckliche Fotos, aber dahinter stehen zerstörte Leben und die Wahrheit über diesen Krieg“, sagte Selenskyj. „Wir bitten darum, die Sanktionen gegen Russland NICHT aufzuheben, solange die Morde nicht aufhören.“
„Die Welt darf sich nicht an das Töten ukrainischer Kinder und Zivilisten gewöhnen.“
Der Menschenrechtsbeauftragte der Werchowna Rada, Dmytro Lubinez, schrieb auf Telegram, dies dürfe nicht als bloße weitere Nachricht behandelt werden: „Die Welt darf sich nicht an das Töten ukrainischer Kinder und Zivilisten gewöhnen.“ Auch Selenskyj nannte den Angriff eine „absolute Gräueltat“.
Nach Angaben von Synjehubow waren Rettungskräfte des staatlichen Katastrophenschutzes DSNS und Notärzte im Einsatz. Verletzte wurden in Krankenhäuser nach Charkiw gebracht. Einsatzkräfte des Innenministeriums leisteten Erste Hilfe und durchsuchten das Gelände nach explosiven Gegenständen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde zudem ein Cafégebäude beschädigt.
Der Ort ist immer wieder Ziel russischer Angriffe.
Der Angriff auf einen belebten Park am Nachmittag fällt in eine Phase, in der die Ukraine ihre Luftverteidigung ausbaut und von den Verbündeten zusätzliche Systeme fordert. Selenskyj verknüpfte die Forderung nach mehr Luftabwehr mit einem Appell an die Partner, die Sanktionen gegen Russland nicht zu lockern. Konkrete Zusagen der Verbündeten nennt keine der vorliegenden Quellen.
Anmerkung der Redaktion: Die Opferzahlen und Altersangaben beruhen auf den Angaben der Regionalverwaltung und der Staatsanwaltschaft vom Abend des 19. Oktober; die Behörden schließen weitere Opfer nicht aus.
Quelle: www.pravda.com.ua



