So., 07 Juni 2026 Berlin 00:43 DE / UKR / EN

Kreml kritisiert Selenskyjs „dummen Witz“ zur Militärparade

Der Kreml hat eine Äußerung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zur russischen Militärparade am 9. Mai scharf kritisiert. Selenskyj hatte die Parade im Vorfeld als „genehmigt“ bezeichnet, was in Moskau für Empörung sorgte.

Kreml kritisiert Selenskyjs „dummen Witz“ zur Militärparade
Bild: tagesspiegel.de

Wie der Tagesspiegel berichtet, reagierte der Kreml verärgert auf Selenskyjs Aussage. Ein Sprecher nannte die Bemerkung einen „dummen Witz“ und warnte: „Wehe dem, der versucht, sich lustig zu machen.“ Die Parade findet im Schutz einer dreitägigen Waffenruhe statt, die Russland und die Ukraine vereinbart hatten.

Kremlchef Wladimir Putin wird die Militärparade zum 9. Mai in Moskau abnehmen. Die Veranstaltung fällt in diesem Jahr deutlich kleiner aus als in den Vorjahren: Wie die WELT meldet, verzichtete das russische Militär auf die Vorführung von Panzern und Raketen. Grund seien Sicherheitsbedenken angesichts des Ukraine-Kriegs.

Selenskyj hatte die Parade vor Beginn der Waffenruhe öffentlich als „genehmigt“ bezeichnet. Die Formulierung sorgte in Russland für Kopfschütteln, da sie impliziert, der ukrainische Präsident habe die Erlaubnis für die Feierlichkeiten erteilt. Der Kreml wertete dies als Provokation.

Die Waffenruhe trat am 8. Mai in Kraft und soll bis zum 10. Mai andauern. Sie wurde von beiden Seiten als humanitäre Maßnahme bezeichnet, um die Evakuierung von Zivilisten zu ermöglichen. Die Tagesschau berichtete, dass die Kampfhandlungen an den meisten Frontabschnitten tatsächlich eingestellt wurden.

Die Militärparade zum „Tag des Sieges“ ist in Russland ein zentrales Ereignis. Sie erinnert an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. In den vergangenen Jahren nutzte Putin die Parade regelmäßig, um Stärke zu demonstrieren und nationalistische Gefühle zu schüren.

Der Guardian berichtet, dass die diesjährige Parade unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen stattfindet. Die Behörden in Moskau haben die Zahl der Zuschauer begrenzt und die Sicherheitskräfte verstärkt. Hintergrund sind Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt in den vergangenen Wochen.

Quelle: www.tagesspiegel.de