Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:57 DE / UKR / EN

Fraport und Lufthansa im Streit um Abfertigungsentgelte

Der Frankfurter Fraport und die Lufthansa streiten erneut über die Höhe der Abfertigungsentgelte. Fraport-Finanzvorstand Matthias Zieschang kündigte an, dass ab April 2025 eine vollständige Kostendeckung erforderlich sei, wie die FAZ berichtet.

Fraport und Lufthansa im Streit um Abfertigungsentgelte
Bild: media0.faz.net

Der Streit zwischen dem Frankfurter Flughafenkonzern Fraport und der Lufthansa um die Abfertigungsentgelte eskaliert vor den Hauptversammlungen beider Unternehmen. Fraport-Finanzvorstand Matthias Zieschang sagte der FAZ: „Wir haben klargestellt, dass die Party jetzt vorbei ist. Ab 1. April nächsten Jahres muss der neue Vertrag eine vollständige Kostendeckung gewährleisten.“ Der bestehende Großauftrag für die Abfertigung von Lufthansa-Flugzeugen durch eine Fraport-Tochter läuft bis Frühjahr 2027.

Die Lufthansa reagierte verärgert und setzt den Flughafenbetreiber unter Druck. Wie die Frankfurter Neue Presse berichtet, droht die Airline mit einer Verlagerung von Flügen an andere Standorte, falls die Gebühren steigen. Der Streit ist nicht neu: Bereits in der Vergangenheit gab es wiederholt Auseinandersetzungen über Lande- und Abfertigungsentgelte am größten deutschen Flughafen.

Hintergrund des Konflikts sind gestiegene Kosten für Fraport, unter anderem durch höhere Energiepreise und Investitionen in die Infrastruktur. Die Lufthansa wiederum leidet unter massiven Kostensteigerungen bei Kerosin und Personalknappheit. Wie n-tv berichtet, hat Fraport der Lufthansa in einer ersten Reaktion teilweise Entgegenkommen signalisiert, aber an der grundsätzlichen Forderung nach Kostendeckung festgehalten.

Die Aktionäre beider Konzerne werden in den kommenden Tagen auf den Hauptversammlungen über die Entwicklung informiert. Eine Einigung bis zum Vertragsende 2027 gilt als unsicher, da beide Seiten auf ihren Positionen beharren.