Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:01 DE / UKR / EN

PrivatBank-Chef: Investoren fokussieren auf Wiederaufbau der Ukraine

Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine behalten internationale Investoren den Wiederaufbau im Blick, wie PrivatBank-CEO Mikael Björknert dem Kyiv Post auf den IMF-Frühjahrstagungen in Washington sagte. Der Bedarf wird auf rund 600 Milliarden Dollar geschätzt.

PrivatBank-Chef: Investoren fokussieren auf Wiederaufbau der Ukraine
Bild: static.kyivpost.com

PrivatBank-CEO Mikael Björknert erklärte gegenüber dem Kyiv Post, dass US-amerikanische und internationale Investoren ihr Interesse von der Kriegsneugier hin zur Finanzierung des Wiederaufbaus verlagert hätten. Die zentrale Frage sei nun, wie genügend Kapital für die geschätzten 600 Milliarden Dollar Wiederaufbaukosten mobilisiert werden könne. Björknert sprach am Rande der Frühjahrstagungen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington.

„Wenn wir über zwei Phasen sprechen – die Kriegsphase und die Wiederaufbauphase –, dann sind sie in der Kriegsphase eher neugierig, wie es ist, dort zu leben, wie es den Unternehmen geht, ob es Kriegsmüdigkeit gibt“, so Björknert. „Aber sie konzentrieren sich viel stärker auf den nächsten Schritt, den Wiederaufbau. Und dabei geht es sehr darum, wie wir sicherstellen, dass wir genug Kapital dafür haben.“

Investoren sähen den Wiederaufbau nicht erst nach Kriegsende, sondern bereits während des Krieges als notwendig an, insbesondere für Staatsunternehmen wie Naftogaz und Betreiber von Heizungsinfrastruktur. Dies verwische die Grenze zwischen Kriegs- und Nachkriegserholung, so Björknert. Die Ukraine benötigt laut der aktualisierten Schnellbedarfs- und Schadensbewertung (RDNA5) schätzungsweise 588 Milliarden Dollar für Wiederaufbau und Erholung im Zeitraum 2026–2035.

PrivatBank, mit 941 Milliarden Hrywnja (22,3 Milliarden Dollar) an Vermögenswerten im Jahr 2025 die größte Bank der Ukraine, drängt laut Björknert auf eine Ausweitung der Risikoteilungsgrenzen, eine Anhebung der Kreditobergrenzen auf 50 Millionen Dollar und die Entwicklung eines Kriegsversicherungsmarktes. Dies soll private Investitionen freisetzen, die derzeit noch blockiert sind.