Der DAX gibt zu Wochenbeginn um 0,3 Prozent nach und fällt auf 24.274 Punkte. Bereits am vergangenen Freitag schloss der deutsche Leitindex mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 24.338 Zählern. Die Unsicherheit im Nahen Osten, insbesondere die gescheiterten Friedensverhandlungen, sorgt für Nervosität unter den Anlegern.
US-Präsident Donald Trump wies am Sonntag die iranische Antwort auf einen US-Friedensvorschlag als inakzeptabel zurück. Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners, kommentierte die Marktsituation: „Die Börsen hatten einen schnellen Frieden schon eingepreist. Jetzt wird der schnelle Friede wieder ausgepreist.“ Diese Entwicklung schürt die Sorgen vor einem Wiederaufflammen des Krieges.
Die Helaba betont in einem Tageskommentar, dass die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung des Nahost-Konflikts zum Ende der letzten Woche zerschlagen wurden. Die fortgesetzte Seeblockade in der Straße von Hormus trägt zur angespannten Lage bei. Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, merkt an, dass unklar bleibt, wie die Maximalforderungen beider Seiten auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden können.
In diesem Kontext hoffen Anleger auf den bevorstehenden Staatsbesuch von Trump in China, der von Mittwoch bis Freitag stattfinden wird. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege bei der Deutschen Bank, beschreibt die Interessenlage: „China ist an einer Lockerung der US-Ausfuhrbeschränkungen für Hochtechnologie-Halbleiter gelegen, während die USA Erleichterungen bei chinesischen Exportkontrollen für seltene Erden anstreben.“ Beide Seiten haben ein klares Interesse daran, den bis November angelegten ‚Zollfrieden‘ aufrechtzuerhalten.
Die Ölpreise steigen als Reaktion auf die Äußerungen von Trump. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch das US-Leichtöl WTI verteuern sich deutlich. Bruce Kasman, Chefvolkswirt bei JPMorgan, warnt: „Das Risiko einer stärkeren Preisbewegung steigt mit jeder Woche, in der die Straße von Hormus geschlossen bleibt.“



