Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:06 DE / UKR / EN

Bafin warnt vor riskanten Immobilienkrediten und Cybergefahren

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) warnt vor erhöhten Risiken bei Immobilienkrediten. Präsident Mark Branson äußerte sich besorgt über die steigende Zahl gering besicherter Darlehen.

Bafin warnt vor riskanten Immobilienkrediten und Cybergefahren
Bild: tagesspiegel.de

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sieht bei jedem siebten Immobiliendarlehen ein erhöhtes Risiko für Banken und Verbraucher. Präsident Mark Branson erklärte in Frankfurt, dass der Anteil von gering besicherten Krediten für Wohnimmobilien im Neugeschäft der Banken vergleichsweise hoch sei. „Das sehen wir kritisch“, sagte Branson, da diese Kredite ein erhöhtes Verlustpotenzial für Banken darstellen und auch für Verbraucher problematisch sein könnten.

Branson schloss aufsichtliche Maßnahmen nicht aus und betonte: „Die riskanten Neukredite von heute dürfen nicht die Problemkredite von morgen werden.“ Die Unsicherheit in der Weltpolitik und steigende Inflationsängste, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, haben zuletzt zu höheren Kreditzinsen geführt. Gleichzeitig ziehen die Immobilienpreise an, was viele Verbraucher dazu veranlasste, sich schnell noch akzeptable Konditionen zu sichern.

Die Bafin warnte zudem vor einer wachsenden Bedrohung durch Cyber-Risiken. Branson wies darauf hin, dass die Zahl der Angriffe auf die IT-Infrastruktur von Unternehmen steige und immer häufiger Künstliche Intelligenz (KI) genutzt werde, um Schwachstellen zu finden und auszunutzen. „Die neuen KI-Anwendungen können viele Schwachstellen in den IT-Systemen finden und sogar ausnutzen. Und das sehr schnell“, erklärte er.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, verstärkt die Bafin ihre Aufsicht über Cyber-Risiken und stellt zusätzliche Ressourcen für die Prüfung bei Finanzunternehmen bereit. Erst kürzlich hatte das Bundesfinanzministerium vor den Risiken durch neuartige KI-Modelle wie „Claude Mythos“ gewarnt, die die Cyber-Bedrohungslage verschärfen könnten.