Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:01 DE / UKR / EN

Milliardenstreit um Biosimilars: Krankenkassen und Pharmaindustrie uneins

Krankenkassen und Pharmaindustrie streiten über den Preis von Biosimilars – Nachahmer-Medikamenten biotechnologischer Arzneimittel. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, geht es um Milliardenbeträge und die Frage, wie resilient die deutsche Arzneimittelversorgung im Krisenfall ist.

Milliardenstreit um Biosimilars: Krankenkassen und Pharmaindustrie uneins
Bild: sueddeutsche.de

Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen Biosimilars, also Nachahmerprodukte von biotechnologischen Arzneimitteln. Die gesetzlichen Krankenkassen fordern niedrigere Preise, während die Hersteller auf hohe Entwicklungskosten verweisen. Der Ausgang des Streits hat direkte Auswirkungen auf die Beitragssätze der Versicherten und die Wirtschaftlichkeit der Pharmaunternehmen.

Thomas Weigold, Deutschland-Chef des Pharmakonzerns Sandoz, empfing kürzlich ranghohe Militärärzte und Apotheker in Barleben in Sachsen-Anhalt. Thema war die Resilienz der Produktion im Krisenfall – etwa bei der Versorgung verwundeter Soldaten an der Nato-Außengrenze. Weigold zeigte den Besuchern das Werk und schaltete nach Kundl in Österreich, wo Sandoz Antibiotika herstellt.

Die Debatte um Biosimilars ist Teil einer größeren Diskussion über die Abhängigkeit Deutschlands von Arzneimittelimporten, vor allem aus Asien. Die Politik hat angekündigt, die heimische Produktion zu stärken, konkrete Maßnahmen stehen aber noch aus. Der Streit zwischen Kassen und Industrie könnte die Umsetzung dieser Pläne beeinflussen.

Quelle: www.sueddeutsche.de