Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:21 DE / UKR / EN

Bund und Länder stellen erstmals eine Milliarde Euro jährlich für Städtebauförderung bereit

Dank einer neuen Vereinbarung fließen ab sofort eine Milliarde Euro pro Jahr in die Städtebauförderung. Die Bundesregierung kündigt weitere Erhöhungen an.

Bund und Länder stellen erstmals eine Milliarde Euro jährlich für Städtebauförderung bereit
Bild: Bundesregierung

Wie die Bundesregierung mitteilt, stellen Bund und Länder dank einer neuen Vereinbarung jetzt erstmals eine Milliarde Euro jährlich für die Städtebauförderung bereit. Dies sei auch für den sozialen Zusammenhalt eine gute Nachricht. Die Bundesregierung wolle die Mittel noch weiter erhöhen.

Die Städtebauförderung ist ein zentrales Instrument der deutschen Stadtentwicklungspolitik. Mit den Geldern werden unter anderem Maßnahmen zur Aufwertung von Quartieren, zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten und Gemeinden unterstützt. Bislang lag die Fördersumme bei rund 790 Millionen Euro pro Jahr. Die Aufstockung auf eine Milliarde Euro bedeutet einen deutlichen Schub für die kommunale Entwicklung.

Die neue Vereinbarung zwischen Bund und Ländern sieht vor, dass die Mittel langfristig gesichert werden. Dadurch können Städte und Gemeinden besser planen und Projekte umsetzen, die den sozialen Zusammenhalt stärken. Dazu gehören etwa die Sanierung von Wohngebieten, die Schaffung von Grünflächen oder die Förderung von Bürgerbeteiligung.

Die Bundesregierung betont, dass die Städtebauförderung ein Erfolgsmodell sei. Seit ihrem Start in den 1970er Jahren habe sie maßgeblich dazu beigetragen, Städte lebenswerter zu machen. Mit der neuen Milliarde könnten nun noch mehr Vorhaben realisiert werden. Die Regierung kündigte an, die Mittel in den kommenden Jahren weiter zu erhöhen, um den wachsenden Herausforderungen in den Kommunen gerecht zu werden.

Hintergrund der Aufstockung ist die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. In vielen deutschen Städten fehlt bezahlbarer Wohnraum, gleichzeitig steigen die Mieten. Die Städtebauförderung soll hier gegensteuern, indem sie unter anderem den Neubau von Sozialwohnungen und die Modernisierung von Altbauten unterstützt. Auch die Integration von Migranten und die Bekämpfung von Armut in benachteiligten Stadtteilen sind Ziele der Förderung.

Die Länder begrüßen die Einigung. Sie sehen darin eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Die Kommunen wiederum hoffen auf eine Entlastung ihrer Haushalte. Viele Städte klagen über hohe Ausgaben für soziale Infrastruktur und fehlende Investitionsmittel. Die zusätzlichen Gelder könnten hier Abhilfe schaffen.

Kritiker der Städtebauförderung bemängeln hingegen, dass die Mittel oft nicht dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Sie fordern eine stärkere Ausrichtung auf soziale Brennpunkte und eine bessere Kontrolle der Mittelverwendung. Die Bundesregierung verweist darauf, dass die Förderung gemeinsam mit den Ländern und Kommunen abgestimmt werde und die Projekte regelmäßig evaluiert würden.

Insgesamt zeigt die neue Vereinbarung, dass Bund und Länder die Bedeutung der Städtebauförderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt erkannt haben. Die Aufstockung auf eine Milliarde Euro ist ein deutliches Signal, dass die Politik bereit ist, in die Zukunft der Städte zu investieren. Ob die Mittel ausreichen, um die vielfältigen Probleme zu lösen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Quelle: Bundesregierung