Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:04 DE / UKR / EN

Bundeswehr verhängt Beförderungsstopp für Unteroffiziere bis 2027

Die Bundeswehr setzt ab Juni 2026 Beförderungen für Unteroffiziere aus, um ein neues Aufstiegssystem zu etablieren. Laut Elt sorgt diese Entscheidung für Unmut in der Truppe.

Bundeswehr verhängt Beförderungsstopp für Unteroffiziere bis 2027
Bild: BR

Die Bundeswehr hat angekündigt, ab Juni 2026 Beförderungen für Unteroffiziere auszusetzen. Diese Maßnahme soll bis zur Einführung eines neuen Aufstiegssystems im Jahr 2027 gelten. Der Stopp kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt und sorgt für Verärgerung unter den Soldaten, wie Tobias Brösdorf vom Verband der Soldaten der Bundeswehr (VSB) kritisierte.

Generalinspekteur Carsten Breuer begründete den Beförderungsstopp mit Gerichtsurteilen, die eine Beförderung nur nach Dienstzeit als unrechtmäßig einstufen. Beurteilungen durch Vorgesetzte müssen demnach eine größere Rolle spielen. Breuer räumte in einem Instagram-Beitrag ein, dass sich die Beförderungen verschieben würden: „Das ist nicht schön, und es gefällt auch mir nicht.“

Der VSB betonte, dass die rechtlichen Grundlagen für diese Entscheidung schon lange bekannt seien, jedoch nicht gehandelt wurde. Breuer erklärte, dass die neuen Regelungen sicherstellen sollen, dass Unteroffiziere auch künftig ihre Laufbahnziele erreichen können. „Um kriegstüchtig zu sein, brauchen wir sie“, fügte er hinzu.

Die Entscheidung betrifft mehrere Tausend Feldwebel, die auf eine Beförderung zum Stabsfeldwebel warten. In der Vergangenheit wurde diese Beförderung nach 16 Jahren Dienstzeit gewährt, doch Gerichte forderten eine stärkere Orientierung an den Beurteilungen durch Vorgesetzte.

Die „Bild“ berichtete, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sich der Brisanz dieser Entscheidung bewusst ist. Ein internes Ministeriumspapier beschreibt die Situation als „weder schmerz- noch geräuschlos“ lösbar. Der Bundeswehrverband warnte, dass der Beförderungsstopp das „Potenzial zum Supergau“ habe.