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Charkiw: Verletzte nach Drohnentreffer steigt auf 22

Nach dem Einschlag einer russischen Drohne in ein neunstöckiges Wohnhaus in Charkiw ist die Zahl der Verletzten auf 22 gestiegen, darunter zwei Kinder. Ministerpräsident Korezkyj meldet weitere Angriffe auf Energieanlagen.

Charkiw: Verletzte nach Drohnentreffer steigt auf 22
Grafik: EuroPulse

Nach dem Einschlag einer russischen Drohne in ein neunstöckiges Wohnhaus in Charkiw ist die Zahl der Verletzten auf 22 gestiegen, darunter zwei Kinder. Ministerpräsident Korezkyj meldet weitere Angriffe auf Energieanlagen.

Die Zahl der Verletzten nach dem russischen Drohnenangriff auf ein neunstöckiges Wohnhaus in Charkiw ist auf 22 gestiegen, darunter zwei Kinder. Das teilte der ukrainische Ministerpräsident Serhij Korezkyj auf Telegram mit, wie Ukrinform.de berichtet.

Nach Angaben Korezkyjs griffen russische Truppen in der Nacht und am Morgen des 12. Oktober erneut Wohnhäuser an. In Isjum seien sieben private Häuser beschädigt und eine Person verletzt worden. Auch die Wohngebiete von Kramatorsk und Slowjansk seien unter Beschuss geraten. „In der Nacht haben russische Truppen auch Öl-, Gas- und andere Energieanlagen in mehreren Regionen angegriffen“, so Korezkyj weiter. Getroffen worden seien zudem Lagerhäuser, Logistikunternehmen, Einkaufszentren, Eisenbahninfrastruktur, Tankstellen und landwirtschaftliche Betriebe.

Besonders betroffen sind nach seinen Angaben Gasförderanlagen des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz im Gebiet Charkiw. Wichtige Infrastruktur sei beschädigt worden, teilte der kommissarische Naftogaz-Chef Serhij Fedorenko auf Telegram mit.

Zelenskyj droht mit Vergeltung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte unterdessen Vergeltung an, sollten die russischen Angriffe auf das ukrainische Stromnetz anhalten. Bei einer Versammlung europäischer Sicherheitsvertreter am Montag in Warschau sagte er laut dem britischen Guardian: „Wenn Russland in diesem Winter keinem Energie-Waffenstillstand zustimmt, werden wir reagieren.“

Selenskyj zeigte sich überrascht von der Ankündigung eines „Energie-Waffenstillstands“ durch Donald Trump, die am Sonntag veröffentlicht wurde, während russische Drohnen Kyjiw angriffen. Keine der beiden Seiten habe dem zugestimmt, sagte Selenskyj. Nur wenige Stunden später habe Russland einen gezielten Angriff auf ein Kraftwerk in Charkiw geflogen, während ein Großteil Kyjiws im Dunkeln lag. „Es ist klar, dass Putin Truth Social nicht liest“, so Selenskyj.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte bei einem Treffen der europäischen Außenminister am Montag: „Wir begrüßen den Energie-Waffenstillstand, wenn er hält. Wir haben noch nicht gesehen, dass auch Russland sich daran hält.“

Hintergrund des Streits ist die Entscheidung Trumps, Sanktionen auf russische Dieselimporte aufzuheben. Der litauische Außenminister Kęstutis Budrys kritisierte: „Dieser Deal hilft nicht – weder bei der Krise der Ölprodukte noch bei der Einheit der transatlantischen Gemeinschaft, wenn es um Russland geht. Und es ist nicht der europäische Weg.“

Trump hatte die Aufhebung am Freitag angekündigt, um die globalen und inländischen Kraftstoffpreise vor den US-Zwischenwahlen im nächsten Monat zu senken. Selenskyj nannte die Entscheidung „schwach“ und sagte, sie werde Putin „Milliarden“ an zusätzlichen Einnahmen verschaffen. Trump forderte Selenskyj auf, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und sagte, die Ukraine brauche einen „neuen Anführer“. Selenskyj entgegnete, es sei Sache der Ukrainer, ihren Anführer zu wählen. Gegenüber ABC News erklärte er, er sei bereit, Trumps Forderungen zu akzeptieren und Wahlen zu organisieren – aber nur, wenn Putin einem „vollständigen“ 60-tägigen Waffenstillstand zustimme.

Russland setzt auf Drohnen und Raketen

Russland hat seine Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur verstärkt und setzt dabei nach Angaben des Guardian auf düsengetriebene Drohnen und ballistische Raketen. Bereits vor den kalten Wintermonaten kommt es zu Stromausfällen und Wasserknappheit – früher in der Saison als in den Jahren zuvor üblich.

Die Ukraine will einen Energie-Waffenstillstand aushandeln, um ihr Stromnetz vor dem Winter zu entlasten. Russland hat bislang keine Bereitschaft gezeigt, seine Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur einzustellen.

Zuvor berichtet: Russische Drohnenangriffe auf Charkiw: elf Verletzte

Quellen

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