Bereits in der ersten Halbzeit hatten Anhänger beider Lager vereinzelt Bengalos gezündet, woraufhin der Stadionsprecher Ermahnungen aussprach. Mit Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte eskalierte der Protest jedoch: Ein großes Banner mit durchgestrichenem DFB-Logo wanderte über die Gegentribüne, Dutzende Spruchbänder warfen dem Verband und der Innenministerkonferenz (IMK) Populismus und Intransparenz vor. „Wir kämpfen gegen alles, wofür ihr steht“, stand auf einem Transparent im VfB-Block, während beide Fanlager im Wechselgesang „Scheiß DFB!“ skandierten.
Die Rauchschwaden waren so dicht, dass Schiedsrichter Sven Jablonski die Partie unterbrechen musste. Der Stadionsprecher rief vergeblich zum Stopp der Pyrotechnik auf. Ein Sprecher der Berliner Polizei sprach gegenüber dem Tagesspiegel von „zahlreichen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz“, betonte aber, dass in erster Linie der Veranstalter für die Verhinderung solcher Vorfälle zuständig sei. Die Zahl der Festnahmen im Zusammenhang mit Pyrotechnik sei verschwindend gering; die Auswertung von Videomaterial dauere oft Wochen.
Abgesehen von der Pyrotechnik gab es laut Polizei kaum Zwischenfälle. In den vergangenen Monaten hatte es bereits häufiger Proteste gegen geplante Verschärfungen der Sicherheitsvorkehrungen in Stadien gegeben. Fanvereinigungen sehen keinen Anlass für strengere Regeln, da deutsche Fußballstadien sehr sicher seien, und befürchten eine Gefahr für ihre Fankultur.
Quelle: www.tagesspiegel.de



