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Drei Tote nach Raketenangriff auf Charkiw geborgen

Nach dem russischen Raketenangriff auf Charkiw am Montagabend hat die Rettung im Stadtteil Cholodnohirskyj drei Tote aus den Trümmern geborgen. Zehn Menschen wurden verletzt, die Suche läuft weiter.

Drei Tote nach Raketenangriff auf Charkiw geborgen
Grafik: EuroPulse

Nach dem russischen Raketenangriff auf Charkiw am Montagabend hat die Rettung im Stadtteil Cholodnohirskyj drei Tote aus den Trümmern geborgen. Zehn Menschen wurden verletzt, die Suche läuft weiter.

Im Stadtteil Cholodnohirskyj in Charkiw sind nach dem russischen Raketenangriff auf die Stadt drei Tote aus den Trümmern eines Wohnhauses geborgen worden. Das teilte Bürgermeister Ihor Terechow am Dienstag, 13. Oktober, mit, wie die Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet. Zehn Menschen wurden nach seinen Angaben bei dem abendlichen Beschuss verletzt. Die Rettungs- und Suchaktion dauere an, schrieb Terechow auf Telegram.

Der Angriff hatte sich bereits am Montagabend, 12. Oktober, ereignet. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Charkiw, Oleh Synjehubow, setzten die russischen Streitkräfte zehn Raketen vom Typ Banderol ein und zielten auf zivile Infrastruktur. Im Stadtteil Cholodnohirskyj traf eine Rakete ein vierstöckiges Wohnhaus und zerstörte einen ganzen Gebäudeteil, wie der Gouverneur laut dem Kyiv Independent mitteilte. Mindestens zehn benachbarte Privathäuser seien beschädigt worden. Im Stadtteil Schewtschenkiwskyj traf eine weitere Rakete ein fünfstöckiges Wohngebäude; im Erdgeschoss brannte eine Bank, sechs Fahrzeuge gerieten in Brand, drei benachbarte Apartmenthäuser erlitten Fensterschäden.

Verletzte in ernstem Zustand

Unter den Verletzten sind laut Synjehubow zwei Menschen in ernstem Zustand: ein 19-Jähriger, der in eine Verbrennungsklinik eingeliefert wurde, und ein Mann, der operiert werden musste. Drei weitere Patienten kamen in mittelschwerem Zustand ins Krankenhaus. Ein Rettungskräfte der staatlichen Notfalldienste (DSNS) wurde bei dem Einsatz verletzt und hospitalisiert, wie RBC-Ukraine unter Berufung auf den Notfalldienst meldete; sein Zustand war zunächst nicht bestätigt. Rettungskräfte des DSNS, Notärzte und die Nationalpolizei arbeiteten an den Einschlagstellen, Polizisten führten Tür-zu-Tür-Kontrollen durch, um Anwohner zu identifizieren, die medizinische Hilfe benötigen.

Die Angaben zum Verlauf des Angriffs unterscheiden sich je nach Quelle. Der Kyiv Independent berichtete am 12. Oktober unter Berufung auf ukrainische Behörden von zunächst einem Toten und mindestens elf Verletzten, darunter ein Rettungskräfte. Drei unter den Trümmern eingeschlossene Menschen seien zuvor gerettet worden, meldete die Nachrichtenagentur UNIAN unter Berufung auf den DSNS. Bürgermeister Terechow meldete am Dienstag dann drei Tote und zehn Verletzte. Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte der laufenden Rettungsarbeiten.

Charkiw liegt 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt

Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine und liegt rund 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Sie ist seit Beginn der russischen Invasion wiederholt Ziel von Angriffen geworden. Erst am 11. Oktober hatte ein russischer Luftangriff auf die Stadt nach Angaben der Behörden mindestens einen Menschen getötet und acht weitere verletzt. In der Nacht zum 11. Oktober waren bei einem Raketenangriff nahe einem Lebensmittelgeschäft im Vorort Pissotschyn nach Angaben von Gouverneur Synjehubow drei Menschen getötet und 25 weitere verletzt worden; unter den Toten waren ein 16-jähriger Junge und zwei Frauen im Alter von 19 und 51 Jahren. Am Morgen des 12. Oktober hatten russische Drohnen zudem mehrere Apartmenthäuser im Stadtteil Kyjiwskyj getroffen. Nach Angaben des Bürgermeisters wurden dabei die Stockwerke sieben bis neun eines Hochhauses zerstört, ein Feuer brach aus. Gouverneur Synjehubow zufolge wurden zwölf Menschen verletzt, darunter ein zehnjähriger Junge, zwei Frauen im Alter von 74 und 80 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 36 und 74 Jahren. Fünf Drohnen schlugen demnach im Stadtteil Kyjiwskyj ein, eine weitere stürzte auf ein Privatgrundstück und beschädigte einen Zaun und Fenster.

Die Angriffe fallen in eine Phase widersprüchlicher Signale über eine mögliche Waffenruhe. US-Präsident Donald Trump hatte am 11. Oktober einseitig eine „Energie-Waffenruhe“ zwischen Russland und der Ukraine verkündet, was in Kyjiw Verwirrung auslöste. Nach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Beamten hatte die Ukraine keine vorherige Information über eine solche Vereinbarung. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Vorschlag als gute Nachricht, betonte aber, es sei wichtig, dass daraus Realität werde. Zugleich erklärte er am 12. Oktober, die Ukraine werde ihre Angriffe auf russische Raffinerien nur einstellen, wenn Moskau seine Angriffe auf das ukrainische Stromnetz beende – ein auf Raffinerien begrenzter Waffenstillstand ergebe für ein Land mit einer einzigen, schwer beschädigten Raffinerie wenig Sinn.

Anmerkung der Redaktion: Die genauen Opferzahlen des Angriffs vom 12. Oktober können sich mit dem Fortgang der Rettungsarbeiten weiter ändern. Die hier genannten Zahlen stammen von den jeweils genannten Stellen und beziehen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte.

Quellen

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