Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:02 DE / UKR / EN

Energiewende auf See: Handelsschiffe mit Atomantrieb?

Die US-Regierung hat eine Initiative gestartet, um kleine modulare Reaktoren für die Handelsschifffahrt zu entwickeln. Dies könnte eine Antwort auf den Druck zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes sein, wie das Handelsblatt berichtet.

Energiewende auf See: Handelsschiffe mit Atomantrieb?
Bild: images.onvista.com

In den 1960er Jahren wurden nuklearbetriebene Handelsschiffe wie die US-amerikanische „Savannah“ und der deutsche Erzfrachter „Otto Hahn“ als technologische Innovationen gefeiert. Trotz ihrer technischen Machbarkeit scheiterten diese Projekte wirtschaftlich, da die Kosten zu hoch waren. Heute, angesichts des wachsenden Drucks zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes und schwankender Energiepreise, wird die Option des Atomantriebs erneut diskutiert.

Am vergangenen Donnerstag kündigte die US-Regierung eine formelle Initiative an, um kleine modulare Reaktoren (SMRs) für die Handelsschifffahrt zu entwickeln. Präsident Donald Trump wies die Maritime Administration (MARAD) an, mit der Industrie und Forschern zu erörtern, wie der Nuklearantrieb in großem Maßstab in den amerikanischen Flotten eingesetzt werden könnte.

Diese Initiative könnte die Schifffahrtsindustrie revolutionieren, indem sie eine umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen fossilen Brennstoffen bietet. Experten betonen, dass die Entwicklung kompakter Reaktoren entscheidend sein wird, um die Herausforderungen der heutigen Energiepreise und der Klimaziele zu bewältigen.

Die Rückkehr zu nuklearbetriebenen Schiffen könnte nicht nur die Emissionen reduzieren, sondern auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. Die Diskussion um diese Technologie zeigt, wie sich die Prioritäten in der Schifffahrt ändern, um den Anforderungen der Energiewende gerecht zu werden.