Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:04 DE / UKR / EN

Gericht verurteilt deutsches Paar zu fast drei Jahren Haft für Kindesmisshandlung

Ein deutsches Auswanderer-Paar wurde in Spanien zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Das Provinzgericht in Oviedo sprach die Eltern wegen psychischer Gewalt und Vernachlässigung ihrer Kinder schuldig.

Gericht verurteilt deutsches Paar zu fast drei Jahren Haft für Kindesmisshandlung
Bild: tagesspiegel.de

Das Provinzgericht in Oviedo hat ein deutsches Auswanderer-Paar zu einer Haftstrafe von insgesamt zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Die Eltern, ein 54-jähriger Mann und eine 49-jährige Frau, wurden wegen psychischer Gewalt und Vernachlässigung ihrer drei Kinder schuldig gesprochen. Der schwerwiegendere Vorwurf der Freiheitsberaubung wurde jedoch fallengelassen, wie die Justiz in der nordspanischen Region Asturien mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich für beide Elternteile eine Haftstrafe von jeweils 25 Jahren und vier Monaten gefordert. Javier Muñoz, der Anwalt der Mutter, äußerte sich nach der Urteilsverkündung „mäßig zufrieden“, da das Gericht die Vorwürfe der Freiheitsberaubung verworfen habe. Er betonte, dass der Fall eher sozial und fürsorgerisch behandelt werden sollte.

Die Eltern hatten ihre Kinder, zwei achtjährige Zwillinge und einen zehnjährigen Jungen, dreieinhalb Jahre lang in einem verwahrlosten Haus in Oviedo eingesperrt. Sie behaupteten, dies geschehen zu lassen, um ihre Kinder vor Krankheiten wie Corona zu schützen. Die Kinder wurden Ende April 2025 befreit, nachdem eine Nachbarin die Polizei alarmiert hatte.

Bei dem Einsatz fanden die Beamten die Kinder in einem besorgniserregenden Zustand vor. Sie waren schmutzig, unterernährt und lebten in einem von Müll übersäten Haus. Einsatzleiter Javier Lozano berichtete, dass die Kinder gezwungen wurden, Windeln und Mundnasenmasken zu tragen und völlig von der Außenwelt abgeschottet waren.