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Grippeimpfung in Bayern: Wer zahlt und wann der beste Termin ist

Bayerns Krankenkassen zahlen die Grippeimpfung allen gesetzlich Versicherten. Wer jetzt zum Arzt oder in die Apotheke geht, ist vor der Winterwelle geschützt.

Grippeimpfung in Bayern: Wer zahlt und wann der beste Termin ist
Symbolbild: cottonbro studio / Pexels

Bayerns Krankenkassen zahlen die Grippeimpfung allen gesetzlich Versicherten. Wer jetzt zum Arzt oder in die Apotheke geht, ist vor der Winterwelle geschützt.

In Bayern bekommt jede und jeder gesetzlich Versicherte die Grippeimpfung bezahlt – nicht nur Ältere und Kranke. Das geht aus dem Rundschreiben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zur Saison 2026/27 hervor: Die bayerischen Krankenkassen erstatten die Impfung als Satzungsleistung, unabhängig von der Schutzimpfungs-Richtlinie. Wer sich schützen will, hat bis Mitte Dezember Zeit – am besten aber jetzt, im Oktober.

Der Schutz baut sich erst 10 bis 14 Tage nach der Spritze auf, und die Grippesaison dauert in Deutschland typischerweise von Oktober bis in den Mai. Die Ständige Impfkommission (STIKO) nennt als Zeitfenster Oktober bis Mitte Dezember.

Wem die STIKO die Impfung ausdrücklich empfiehlt

Zur Standardgruppe gehören alle ab 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (bei chronischer Erkrankung schon ab dem ersten), Menschen mit chronischen Leiden wie Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, Bewohner von Pflegeheimen sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen. Ab 60 Jahren sind laut KVB zwei Impfstoffe vorgesehen: der Hochdosis-Impfstoff Efluelda oder der verstärkte Impfstoff Fluad. Für die Krankenkassen kosten sie je Dosis rund 25 Euro, Standardimpfstoffe etwa 14 Euro.

Für gesunde Kinder gibt es keine allgemeine Empfehlung. Der Nasenspray Fluenz ist für Kinder und Jugendliche ab 24 Monaten bis zum 18. Geburtstag zugelassen, wird in Bayern laut KVB aber nur im medizinisch begründeten Einzelfall verordnet – etwa bei Asthma oder anderen Vorerkrankungen. Fragen Sie in der Kinderarztpraxis nach.

Arzt oder Apotheke? Und was ist mit Corona?

Geimpft wird in der Haus- oder Kinderarztpraxis. In vielen Apotheken ist es ebenfalls möglich: Der Bayerische Apothekerverband zählt seit Anfang 2023 mehr als 33.000 Grippeimpfungen in seinen Mitgliedsapotheken, wie die Pharmazeutische Zeitung berichtet. In Bayerns Praxen wurden in der Saison 2025/26 rund 1,29 Millionen Menschen geimpft. Ob Ihre Apotheke impft, klärt ein kurzer Anruf.

Bei der Corona-Impfung hat sich die Lage verändert. Die STIKO hat im Juli 2026 die jährliche Auffrischung für Gesunde von 60 auf 75 Jahre angehoben. Weiter empfohlen bleibt sie für Menschen mit relevanten Grunderkrankungen ab sechs Monaten, Pflegeheimbewohner und medizinisches Personal. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) muss die Änderung noch in die Schutzimpfungs-Richtlinie übernehmen; bis dahin ist der Leistungsanspruch nicht angepasst, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) schreibt. Wer zur Risikogruppe gehört, sollte die Impfung zeitnah mit der Hausärztin besprechen.

Wer nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, sondern Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezieht, hat nach Angaben der Verbraucherzentrale ebenfalls Anspruch auf Schutzimpfungen – mit Behandlungsschein oder Gesundheitskarte der Kommune. Die Zuständigkeiten unterscheiden sich je nach Kommune; im Zweifel hilft das Sozialamt.

Unsere Einschätzung: Die Kostenfrage spricht in Bayern für fast jeden gesetzlich Versicherten für die Impfung, die Frage ist eher der Termin. Wer im Oktober oder November geimpft wird, ist vor dem üblichen Winteranstieg geschützt. Wie stark die Welle ausfällt, lässt sich vorab nicht sicher sagen; Ende September war die Influenza-Aktivität laut RKI noch niedrig.

Quellen: KVB, KBV, Pharmazeutische Zeitung, Verbraucherzentrale

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