Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:43 DE / UKR / EN

Hertha-Chef Görlich verteidigt Jobgarantie für Trainer Leitl trotz 1:6-Debakel

Hertha BSC hält an Trainer Stefan Leitl fest. Geschäftsführer Peter Görlich bekräftigt die frühzeitige Jobgarantie, obwohl die Mannschaft zum Saisonabschluss ein 1:6 bei Arminia Bielefeld kassierte.

Hertha-Chef Görlich verteidigt Jobgarantie für Trainer Leitl trotz 1:6-Debakel
Bild: tagesspiegel.de

Hertha BSC geht mit Trainer Stefan Leitl in die nächste Zweitliga-Saison. Geschäftsführer Peter Görlich verteidigte die frühzeitige Jobgarantie für den Coach, die nach dem 1:6-Debakel bei Arminia Bielefeld am letzten Spieltag in Fan-Kreisen auf Kritik gestoßen war. „Ich würde noch einmal so entscheiden“, sagte der 59-Jährige in einer Medienrunde.

Görlich setzt auf Kontinuität, um die Mannschaft weiterzuentwickeln. „Wir gehen davon aus, dass eine strukturelle Schärfe in das Gesamtgefüge hineinkommt. Dafür brauchen wir eine gewisse Planungssicherheit“, erklärte er. Gleichzeitig räumte er ein: „Dass ein Auftreten in Bielefeld ab der 46. Minute nicht zu akzeptieren ist, ist ganz klar.“

Sportdirektor Benjamin Weber verwies auf die schwierige Ausgangslage nach dem Abstieg vor drei Jahren. „Man vergisst, wo wir vor drei Jahren nach dem Abstieg standen“, sagte Weber. Damals erhielt Hertha die Lizenz nur knapp und war bei der Spielersuche stark eingeschränkt – eine Situation, die bis heute anhält. „Wir werden Qualität verlieren“, prognostizierte Görlich.

Spieler wie Kennet Eichhorn, Tjark Ernst und Kapitän Fabian Reese haben Begehrlichkeiten bei anderen Klubs geweckt. Hertha muss Transfererlöse erzielen, bevor neue Spieler verpflichtet werden können. Angesichts der angespannten Finanzlage müssen die Neuzugänge sitzen, was in den vergangenen Jahren nicht immer gelang.

Um die Fehlgriffe zu vermeiden, hat der Verein das Scouting umgestellt. Mit Basti Huber sei ein entscheidender Mann verpflichtet worden, so Görlich: „Wir suchen Profile, nicht Positionen.“ Bereits Anfang März hatten sich Görlich, Mitarbeiter und Trainer aus der Akademie zu einer zweitägigen Klausur getroffen, um die Saison zu analysieren. Die Verfügbarkeit auf einzelnen Positionen und das Verhalten bei Standards wurden als Hauptprobleme identifiziert.

„Wir sind von Anfang an hinterhergelaufen. Wir können mit Spitzenteams mithalten, aber nicht konstant mithalten“, bilanzierte Weber. Die Heimschwäche sei ein weiteres Manko gewesen. Das Ziel Aufstieg in die Bundesliga wurde klar verfehlt.

Quelle: www.tagesspiegel.de