Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:01 DE / UKR / EN

Justizministerin Hubig plant Maßnahmen gegen Ticketwucher

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat angekündigt, gegen überhöhte Preise auf dem Ticketzweitmarkt vorzugehen. Dies geschieht nach einem offenen Brief von Künstlern und Veranstaltungsfirmen.

Justizministerin Hubig plant Maßnahmen gegen Ticketwucher
Bild: cdn.prod.www.spiegel.de

Die Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat sich entschlossen, Maßnahmen gegen die überhöhten Preise auf dem Ticketzweitmarkt zu ergreifen. Dies folgt einem offenen Brief, in dem Künstler und Veranstaltungsfirmen sie aufforderten, gegen „Wucher und Betrug“ vorzugehen. Hubig erklärte, dass ein Blick in andere Länder zeige, dass eine wirksame Regulierung des Ticketzweitmarkts auch auf nationaler Ebene möglich sei.

In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung betonte Hubig, dass nicht nur Musikveranstaltungen betroffen seien. Auch Konzerte, Fußballspiele und andere Events sollten für alle zugänglich sein, nicht nur für diejenigen, die sich die hohen Preise auf dem Zweitmarkt leisten können. Sie skizzierte erste Maßnahmen, darunter die Begrenzung überzogener Preisaufschläge beim Weiterverkauf.

Hubig stellte klar, dass der private Weiterverkauf von Tickets weiterhin möglich sein müsse und nicht unnötig kompliziert gestaltet werden dürfe. „Es geht darum, kommerzielle Geschäftemacherei einzudämmen – im Interesse von Fans, Künstlerinnen und Künstlern sowie Sportlerinnen und Sportlern“, sagte sie.

Der offene Brief wurde vom Verband freier Musikschaffender Pro Musik veröffentlicht und von zahlreichen Künstlern wie den Toten Hosen und Ikkimel unterzeichnet. In dem Schreiben wird kritisiert, dass gewerbliche Wiederverkäufer Tickets in großen Mengen aufkaufen, oft mithilfe automatisierter Software, und diese dann zu überhöhten Preisen weiterverkaufen. Ein Ticket, das ursprünglich für 60 Euro angeboten wurde, kann auf Plattformen wie Viagogo oder Ebay für 100, 200 Euro oder mehr gehandelt werden.

Die Künstler und Veranstalter betonen, dass die hohen Aufschläge nicht den Künstlern oder der Veranstaltungswirtschaft zugutekommen, sondern in die Taschen von Zwischenhändlern fließen, die zur Kultur nichts beitragen. Diese Entwicklung gefährdet die Produktion neuer Musik und faire Löhne für die Künstler.