Die Inflation in Deutschland hat im April 2023 mit 2,9 Prozent den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Dies ist eine deutliche Erhöhung im Vergleich zu den vorherigen Monaten, als sich die Preise nach Jahren der hohen Inflation stabilisiert hatten. Die Ursachen für diesen Anstieg sind vor allem die hohen Spritpreise und die steigenden Energiekosten, die durch den Iran-Krieg und die blockierte Straße von Hormus verstärkt werden.
Wirtschaftsprofessorin Lena Dräger vom Kiel Institut für Weltwirtschaft erklärte: „Die Energiepreise werden hoch bleiben, solange die Straße von Hormus blockiert ist.“ Autofahrer müssen derzeit an den Tankstellen mit einem Preisanstieg von 20 bis 30 Cent pro Liter rechnen, trotz des bereits geltenden Tankrabatts. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die Preise für Kraftstoffe um 20 bis 40 Prozent gestiegen.
Die blockierte Meerenge von Hormus ist entscheidend für den globalen Öltransport, da dort ein Viertel des weltweiten Erdöls und ein Fünftel des flüssigen Gases verschifft wird. Die Zerstörung von Förder- und Verarbeitungsanlagen im Iran hat die Situation weiter verschärft. Dräger betonte, dass es einige Zeit dauern wird, bis sich der Schiffsverkehr normalisiert, selbst wenn die Straße wieder geöffnet wird.
Besonders betroffen von der Inflation sind auch andere Produkte wie Obstkonserven, Kaffee und Kakao, die ähnliche Inflationsraten wie Sprit aufweisen. Diese Preissteigerungen sind jedoch nicht nur auf den Iran-Krieg zurückzuführen, sondern auch auf schlechte Ernten in der Vergangenheit.



