Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:04 DE / UKR / EN

Inflationsrate in Deutschland steigt im April auf 2,9 Prozent – Energiepreise als Haupttreiber

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im April so stark gestiegen wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erreichte die Inflationsrate 2,9 Prozent – angetrieben vor allem durch höhere Preise für Öl und Gas.

Inflationsrate in Deutschland steigt im April auf 2,9 Prozent – Energiepreise als Haupttreiber
Bild: bilder.deutschlandfunk.de

Wie der Deutschlandfunk berichtet, hat das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer ersten Schätzung einen Anstieg der Inflationsrate in Deutschland auf 2,9 Prozent im April ermittelt. Dies ist der höchste Wert seit mehr als zwei Jahren. Haupttreiber der Teuerung sind demnach die Preise für Öl und Gas.

Nach Angaben der Wiesbadener Behörde stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent. Gegenüber dem Vormonat März erhöhten sie sich um 0,5 Prozent. Die von Ökonomen erwartete Rate von 2,8 Prozent wurde damit leicht übertroffen.

Besonders stark wirkten sich die Energiepreise aus. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, verteuerten sich Haushaltsenergie und Kraftstoffe im Jahresvergleich deutlich. Die Preise für leichtes Heizöl und Kraftstoffe legten zweistellig zu. Auch die Gaspreise zogen kräftig an. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate nach Angaben der Statistiker niedriger gelegen.

Die Kerninflationsrate, die schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Lebensmittel ausklammert, lag im April bei 2,5 Prozent. Dies geht aus den Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Lebensmittelpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,8 Prozent und damit etwas schwächer als die Gesamtteuerung.

Der Anstieg der Inflationsrate auf 2,9 Prozent ist der höchste Wert seit Februar 2022, als die Rate bei 3,1 Prozent gelegen hatte. Damals war die Teuerung infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der damit verbundenen Energiepreisschübe in die Höhe geschnellt. In den Folgemonaten war die Inflationsrate zeitweise auf über acht Prozent gestiegen, bevor sie im Laufe des Jahres 2023 wieder zurückging.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent für den Euroraum an. Die aktuellen Daten aus Deutschland deuten darauf hin, dass die Teuerung weiterhin über diesem Zielwert liegt. Volkswirte erwarten, dass die EZB bei ihrer nächsten Zinssitzung die Leitzinsen vorerst unverändert lassen wird.

Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass es sich bei den April-Zahlen um eine erste Schätzung handelt. Die endgültigen Daten werden voraussichtlich Mitte Mai veröffentlicht. Die Inflationsrate wird auf Basis der Verbraucherpreise für Waren und Dienstleistungen berechnet, die private Haushalte in Deutschland kaufen.

Die Preisentwicklung bei Energie bleibt nach Einschätzung von Experten ein Risikofaktor für die weitere Inflationsentwicklung. Sollten die Öl- und Gaspreise auf dem aktuellen Niveau bleiben oder weiter steigen, könnte die Teuerung in den kommenden Monaten hoch bleiben. Auch die geplante Erhöhung des CO2-Preises zum Jahreswechsel könnte die Energiepreise zusätzlich verteuern.

Die Bundesregierung hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten, darunter die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme sowie die Strompreisbremse. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Inflation nachhaltig zu senken, bleibt abzuwarten.

Quelle: www.deutschlandfunk.de