Aus Angst vor Verfolgung mussten sie ihr Land verlassen – jetzt haben zwei iranische Fußball-Nationalspielerinnen in Australien eine neue sportliche Heimat gefunden. Fatemeh Pasandideh und Atefeh Ramezanisadeh trainieren ab sofort mit dem Frauenteam von Brisbane Roar, das in der höchsten australischen Liga spielt.
Die Spielerinnen gehören zu einer siebenköpfigen Gruppe der iranischen Nationalmannschaft, die während des Asien Cups in Australien Asyl beantragte. Hintergrund sind befürchtete Repressalien in ihrer Heimat, nachdem sie bei der Hymne geschwiegen hatten – eine Geste, die sie in Iran zu „Verräterinnen“ machte.
„Willkommen, Fatemeh und Atefeh“, schrieb der Klub in den sozialen Netzwerken. Ein Sprecher des Teams betonte: „Wir setzen uns weiterhin dafür ein, ihnen ein unterstützendes Umfeld zu bieten, während sie die nächsten Schritte angehen.“
Die Aufnahme bei Brisbane Roar markiert einen wichtigen Wendepunkt für die Sportlerinnen. Nach wochenlangem Unsicherheit unter dem Schutz der australischen Bundespolizei können sie nun wieder regelmäßig trainieren und hoffen auf einen Platz im Kader der A-League.
Ihre Geschichte wirft ein Schlaglicht auf die prekäre Situation von Sportlerinnen in autoritären Regimen. Was in Deutschland und Europa oft als selbstverständlich gilt – die freie Ausübung des Sports ohne politischen Druck – ist in vielen Ländern keine Realität.
Für die Fußballwelt ist der Fall ein Beispiel dafür, wie der Sport Schutz bieten kann. Gleichzeitig zeigt er, wie lange und kompliziert der Weg für verfolgte Athletinnen sein kann. Die beiden Iranerinnen haben zwar einen Verein gefunden, ihr Asylverfahren läuft jedoch weiter.
Australiens Innenminister Tony Burke hatte die Dokumente für ihren vorläufigen Aufenthalt erst spät in der Nacht unterzeichnet. Ein Zeichen dafür, wie brisant der Fall politisch ist. Die internationale Sportgemeinschaft beobachtet nun, wie sich die Karrieren der Spielerinnen entwickeln.
Ihre Aufnahme bei Brisbane Roar ist mehr als nur ein Vereinswechsel. Sie ist ein kleiner Sieg für die Freiheit des Sports – und eine Erinnerung daran, dass viele Athletinnen weltweit noch immer für grundlegende Rechte kämpfen müssen.



