Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:05 DE / UKR / EN

Israel: Neues Wahlbündnis gegen Netanjahu

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu bekommt ernst zu nehmende Konkurrenz: Zwei frühere Premierminister wollen bei der nächsten Wahl gemeinsam gegen ihn antreten.

Israel: Neues Wahlbündnis gegen Netanjahu
Bild: Tagesschau

Wie die Tagesschau berichtet, formiert sich in Israel ein neues Wahlbündnis, das sich gegen den amtierenden Regierungschef Benjamin Netanjahu richtet. Zwei ehemalige israelische Premierminister haben sich zusammengeschlossen, um bei der kommenden Parlamentswahl gemeinsam anzutreten. Ziel des Bündnisses ist es, Netanjahu abzulösen und das Land zu einen.

Nach Angaben der Tagesschau handelt es sich bei den beiden Politikern um Persönlichkeiten, die bereits in der Vergangenheit das Amt des Regierungschefs innehatten. Sie planen, mit einer gemeinsamen Liste in den Wahlkampf zu ziehen und so die politische Fragmentierung zu überwinden, die Israel seit Jahren prägt. Das Bündnis versteht sich als ernsthafte Konkurrenz für Netanjahu, der seit 2009 mit einer kurzen Unterbrechung durchgehend regiert.

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Netanjahu politisch unter Druck steht. Gegen ihn laufen mehrere Korruptionsverfahren, und seine rechts-religiöse Koalition hat in den letzten Monaten an Zustimmung verloren. Das neue Bündnis könnte die politische Landschaft Israels verändern, indem es moderate Kräfte bündelt und eine Alternative zu Netanjahu bietet.

Die beiden Ex-Premierminister betonten in ersten Stellungnahmen, dass es ihnen um die Zukunft des Landes gehe. Sie werfen Netanjahu vor, das Land zu spalten und die Demokratie zu gefährden. Das Bündnis wolle stattdessen für Stabilität und Zusammenhalt sorgen. Details zur genauen Zusammensetzung der Liste oder zu konkreten politischen Zielen wurden zunächst nicht genannt.

Beobachter werten die Entwicklung als bedeutenden Schritt in der israelischen Politik. Sollte das Bündnis bei der Wahl erfolgreich sein, könnte es Netanjahus Ära beenden. Allerdings stehen die beiden Ex-Premierminister vor der Herausforderung, ihre eigenen Anhänger zu vereinen und Wähler von anderen Parteien zu überzeugen. Die nächste Wahl in Israel ist für das kommende Jahr geplant, ein genaues Datum steht noch nicht fest.

Die Tagesschau zitiert den Korrespondenten L. Kaufmann, der die Entwicklung als „ernst zu nehmende Konkurrenz“ für Netanjahu beschreibt. Das Bündnis habe das Potenzial, die politische Dynamik in Israel grundlegend zu verändern. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob die beiden Ex-Premierminister ihre Differenzen überwinden und eine schlagkräftige Kampagne führen könnten.

Insgesamt zeigt die Bildung des neuen Wahlbündnisses, dass der Widerstand gegen Netanjahu wächst. Die israelische Gesellschaft ist tief gespalten, und die kommende Wahl wird richtungsweisend sein. Das Bündnis setzt auf Einheit und will die Gräben überbrücken, die Netanjahu nach Ansicht seiner Kritiker vertieft hat. Ob dies gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.