Der indische Reliance Industries, kontrolliert von Mukesh Ambani, hat die Pläne für den Börsengang seiner Jio Platforms geändert. Statt wie ursprünglich vorgesehen ausländischen Investoren den Verkauf von Anteilen zu ermöglichen, setzt das Unternehmen nun auf eine reine Kapitalerhöhung. Das berichtet Reuters unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen.
Jio Platforms ist Eigentümer des zweitgrößten Telekommunikationsunternehmens der Welt nach Kundenzahl, hinter China Mobile. Zu den Investoren zählen Meta, Google (Alphabet) und Vista Equity Partners. Der Börsengang gilt als einer der am meisten erwarteten in Indien und könnte der größte des Landes werden.
Ursprünglich hatte Jio Platforms mit seinen ausländischen Investoren vereinbart, dass jeder von ihnen acht Prozent seiner Anteile im Rahmen des Börsengangs verkaufen darf, insgesamt 2,5 Prozent des Unternehmens. Dieses sogenannte Offer-for-Sale hätte es neuen Anlegern ermöglicht, einzusteigen, ohne dass das Unternehmen selbst frisches Kapital aufnimmt. Dieser Plan wurde jedoch fallengelassen, wie die beiden Quellen bestätigten. Sie baten um Anonymität, da sie nicht befugt sind, mit den Medien zu sprechen.
Stattdessen will Reliance nun frische Mittel in Höhe von 2,5 Prozent des Unternehmenswerts einsammeln. „Die Investoren waren nicht daran interessiert, ihre Anteile zu verkaufen, und wollten langfristig investiert bleiben“, sagte eine der Quellen. Die Wirtschaftszeitung Economic Times hatte zuerst über die Neuausrichtung des Börsengangs berichtet. Jio Platforms reagierte nicht auf eine Anfrage von Reuters zur Stellungnahme.



