Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:42 DE / UKR / EN

Korruptionsaffäre in der Ukraine setzt Selenskyj unter Druck

Der Skandal um Andrij Jermak belastet Präsident Wolodymyr Selenskyj und könnte den EU-Kurs der Ukraine erschweren. Im Umfeld der Operation Midas geht es um Geldwäsche- und Bestechungsvorwürfe.

Korruptionsaffäre in der Ukraine setzt Selenskyj unter Druck
Bild: img.zeit.de

Die Korruptionsaffäre um Andrij Jermak, den früheren Chef des ukrainischen Präsidentenamtes, ist für Wolodymyr Selenskyj zu einem politischen Problem geworden. Die Zeit beschreibt den Fall als Belastung für die Regierung und für die ukrainischen Bemühungen um einen EU-Beitritt.

Ein ukrainisches Antikorruptionsgericht ordnete Mitte Mai Untersuchungshaft gegen Jermak an. Er kann gegen eine Kaution von umgerechnet 2,72 Millionen Euro freikommen; Jermak weist die Vorwürfe zurück. Es geht um den Verdacht der Geldwäsche und die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

Der Fall steht im größeren Zusammenhang der Operation Midas. Ermittler hatten bereits zuvor mutmaßliche Bestechung im Umfeld des staatlichen Energiekonzerns Energoatom öffentlich gemacht. Der frühere Minister Herman Haluschtschenko wurde im Februar bei einem Ausreiseversuch festgenommen; Timur Minditsch, ein früherer Geschäftspartner Selenskyjs, soll sich nach früheren Berichten ins Ausland abgesetzt haben.

Für die Ukraine ist der Umgang mit dem Verfahren auch ein Test für die Unabhängigkeit ihrer Antikorruptionsbehörden. Gerade im Krieg hängt viel davon ab, ob Kyjiw westlichen Partnern glaubhaft zeigen kann, dass Korruptionsfälle auch in der politischen Spitze verfolgt werden.

Quelle: www.zeit.de