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Kramatorsk: Zwangsevakuierung von Kindern ausgeweitet

Die Behörden in der Region Donezk weiten die verpflichtende Evakuierung von Kindern in Kramatorsk aus. Betroffen sind laut dem Leiter der regionalen Militärverwaltung, Wadym Filaschkin, 130 Straßen und weitere Objekte der Stadt.

Kramatorsk: Zwangsevakuierung von Kindern ausgeweitet
Symbolbild: Sami Abdullah / Pexels

Die Behörden in der Region Donezk weiten die verpflichtende Evakuierung von Kindern in Kramatorsk aus. Betroffen sind laut dem Leiter der regionalen Militärverwaltung, Wadym Filaschkin, 130 Straßen und weitere Objekte der Stadt.

In der Region Donezk ist die Zone der verpflichtenden Evakuierung von Kindern in Kramatorsk ausgeweitet worden. Wie die Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den Leiter der regionalen Militärverwaltung, Wadym Filaschkin, berichtet, betrifft die Entscheidung 130 Straßen und weitere Objekte der Stadt. Filaschkin hatte die Anordnung nach Angaben von Ukrinform auf Facebook mitgeteilt.

Die Evakuierung erfolge in Begleitung der Eltern, der Personen, die sie ersetzen, oder der gesetzlichen Vertreter, heißt es in der Mitteilung. Beteiligt seien die lokalen Militärverwaltungen, die Polizei, Rettungskräfte und der Kinderschutzdienst. Filaschkin zufolge werden die Menschen auf allen Etappen begleitet – vom Verlassen der Stadt bis zum Aufnahmepunkt und der weiteren Unterbringung in sichereren Regionen. Alle Entscheidungen würden mit einem Ziel getroffen: keine weiteren Opfer unter Kindern zuzulassen.

Der Leiter der Militärverwaltung betonte, die Sicherheitslage verschlechtere sich. Zu warten, bis die Gefahr unmittelbar das Haus erreiche, sei ein zu großes Risiko, besonders wenn es um Kinder gehe. Er rief die Eltern auf, die Ausreise nicht aufzuschieben.

Wie gefährlich ist die Lage in Kramatorsk?

Ukrinform zufolge hat die russische Armee in den vergangenen 24 Stunden 17 Mal Siedlungen in der Region Donezk beschossen. Von der Frontlinie konnten demnach 272 Menschen evakuiert werden, darunter 38 Kinder.

Die Stadt Kramatorsk und die umliegenden Siedlungen stehen seit Monaten unter Beschuss. Bereits im August war in Teilen der Gemeinde Kramatorsk die verpflichtende Evakuierung von Kindern angeordnet worden. Damals ging es nach Angaben des Leiters der Donezker Militärverwaltung, Wadym Filaschkin, um 525 Kinder aus 424 Familien, wie das Nachrichtenportal zn.ua berichtete. Konkret sollten 59 Kinder aus 46 Familien in der Siedlung Krasnotorka, 140 Kinder aus 104 Familien in der Siedlung Bilenke und 326 Kinder aus 274 Familien in Kramatorsk selbst evakuiert werden. In der Stadt betraf das Minderjährige in den gefährlichsten Vierteln. Filaschkin nannte die Entscheidung damals „schwierig, aber notwendig“ und verwies auf die sich verschlechternde Sicherheitslage.

Bereits im März 2026 hatte Filaschkin in Teilen des benachbarten Landkreises Slowjansk die zwangsweise Evakuierung von Kindern angeordnet, wie nordbayern.de berichtete. Auslöser war damals ein russischer Drohnenangriff auf ein Fahrzeug bei dem Versuch der Evakuierung aus der Siedlung Olexijewo-Druschkiwka im Landkreis Kramatorsk, bei dem nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens zwei Zivilisten getötet und zwei weitere Insassen verletzt wurden. Die Behörde leitete Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Kriegsverbrechens ein. Die Frontlinie lag damals nur etwa zehn Kilometer von der Ortschaft entfernt.

Die Region Donezk ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs schwer umkämpft. Moskau erhebt Anspruch auf das Bergbau- und Industriegebiet. Nach Angaben von nordbayern.de vom März 2026 stand die Region damals noch zu knapp 20 Prozent unter ukrainischer Kontrolle.

Anmerkung der Redaktion: Die Evakuierungsanordnungen sind eine Reaktion auf die anhaltenden Angriffe. Die Angaben zu den betroffenen Straßen und zur Zahl der zuletzt evakuierten Menschen stammen von den ukrainischen Behörden; unabhängig überprüfen lassen sie sich nicht.

Quellen

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