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Kropywnyzkyj: Drei Tote nach massivstem Drohnenangriff

Fast 360 russische Drohnen haben in der Nacht zum Donnerstag die Region Kirowohrad getroffen. Drei Menschen starben in Kropywnyzkyj, sechs wurden verletzt.

Kropywnyzkyj: Drei Tote nach massivstem Drohnenangriff
Grafik: EuroPulse

Fast 360 russische Drohnen haben in der Nacht zum Donnerstag die Region Kirowohrad getroffen. Drei Menschen starben in Kropywnyzkyj, sechs wurden verletzt.

Bei dem nach Angaben der Regionalverwaltung massivsten russischen Drohnenangriff auf die Region Kirowohrad seit Beginn des Großangriffs sind in der Nacht zum Donnerstag drei Menschen in Kropywnyzkyj getötet und sechs weitere verletzt worden. Wie der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Andrij Rajkowytsch, am Donnerstag auf Facebook mitteilte, wurden fast 360 feindliche Drohnen über dem Gebiet registriert, es gab Einschläge an 26 Orten.

Rajkowytsch sprach von der „massivsten feindlichen Attacke seit Beginn der großangelegten Invasion“ für die Region. Die russischen Streitkräfte hätten gezielt kritische Infrastruktur, Transportunternehmen, Logistikobjekte und Wohnhäuser beschossen. Die größten Zerstörungen und Treffer entfielen auf Kropywnyzkyj, wie die Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet. Auch Snamjanka, Oleksandrija, Pomitschna und mehrere Gemeinden der Region seien getroffen worden.

Die medizinische Versorgung der Verletzten sei rechtzeitig gewährleistet worden, betonte Rajkowytsch. „Alle zuständigen Dienste haben ununterbrochen gearbeitet und arbeiten auch jetzt weiter. Die Beseitigung der Folgen dauert an“, sagte der Verwaltungschef. An den Einschlagstellen sollen Sonderkommissionen die Schäden begutachten und die Verluste berechnen, um den Betroffenen die nötige Hilfe zukommen zu lassen.

Ukrinform zufolge zerstörte die ukrainische Luftverteidigung in der Nacht 536 von 580 Drohnen, mit denen russische Truppen die Ukraine seit dem Abend des 14. Oktober angegriffen hatten. Die Angaben zu den abgefangenen Drohnen beziehen sich auf das gesamte Land, die fast 360 registrierten Drohnen allein auf die Region Kirowohrad.

Was die Angriffe für die Ukraine bedeuten

Die massiven Drohnenwellen treffen nicht nur die Energie- und Verkehrsinfrastruktur, sondern auch die Logistik, über die Nachschub und Exporte laufen. Für die Menschen in der Region bedeutet das vor allem Unterbrechungen bei Strom, Wasser und Transport – und die Angst vor weiteren Nächten mit ähnlichen Angriffen. Rajkowytsch kündigte an, die Kommissionen würden die Schäden an Wohngebäuden erfassen, damit Betroffene Entschädigungen und Hilfe erhalten.

Der Angriff fällt in eine Phase, in der die Ukraine ihre eigene Schlagkraft gegen die russische Ölwirtschaft ausbaut. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte nach Angaben des Handelsblatts neue Angriffe auf russische Raffinerien an. Zugleich wächst in Kyjiw die Sorge über die Zuverlässigkeit der US-Unterstützung.

Selenskyj: „Nicht die richtige Seite der Geschichte“

Im Interview mit dem britischen Moderator Piers Morgan sagte Selenskyj laut der Berliner Morgenpost, er fühle sich durch den Diesel-Deal von US-Präsident Donald Trump mit Russland und weitere Entscheidungen Washingtons „verraten“. Trump hatte nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf seiner Plattform Truth Social verkündet, Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt bereitstellen; dafür sollten Sanktionen ausgesetzt werden.

„Es ist schade, dass wir einen starken Partner verlieren“, beschrieb Selenskyj seine Reaktion. Die Ukraine könne sich keine Schwäche erlauben: „Wir verkaufen unser Land nicht.“ Es gehe nicht um Geschäfte, sondern um das Leben und das eigene Land. Es sei schmerzhaft, wenn Trump nicht ihre Seite wähle, sagte der Präsident. Es sei in Ordnung, wenn der US-Präsident „in der Mitte“ stehe – „aber wenn man in der Mitte ist, muss man in der Mitte bleiben“. Er wisse nicht, wer Trump auf die falsche Seite dränge, „aber das ist nicht die richtige Seite der Geschichte“.

Unabhängig davon meldet das Handelsblatt einen Brand in einer Anlage des Satelliteninternetdienstes Starlink in Bulgarien. Regierungschef Rumen Radew bestätigte den Vorfall in der Nähe der Hauptstadt Sofia in der Fragestunde des Parlaments. Wegen laufender Ermittlungen wollte er keine näheren Angaben machen. Zuvor hatte das prowestliche Oppositionsbündnis Demokratisches Bulgarien den Brand öffentlich gemacht; ihm zufolge sollen in einer geheim gehaltenen Anlage bei Sofia am 9. September elf von 17 Antennen vorsätzlich in Brand gesetzt worden sein. Diese Antennen dienten der Hauptverbindung zu SpaceX und würden im Ukraine-Krieg genutzt. Prowestliche Oppositionsparteien vermuten eine Verbindung zu Russland. Zuvor hatte es bereits einen Anschlag auf eine Starlink-Bodenstation in Polen gegeben.

Anmerkung der Redaktion: Die Angaben zu Opfern und Schäden stammen von der regionalen Militärverwaltung Kirowohrad; unabhängige Bestätigungen liegen nicht vor. Die Zahl der abgefangenen Drohnen bezieht sich auf das gesamte Land, die Zahl der über Kirowohrad registrierten Drohnen auf die Region.

Quellen

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