Wie der General-Anzeiger Bonn berichtet, haben die Verbraucherorganisationen Ökotest und Stiftung Warentest unabhängig voneinander Vitamin-D-Präparate unter die Lupe genommen. Das Fazit beider Tests fällt ähnlich aus: Nur eine Handvoll Produkte schneidet mit „gut“ oder „sehr gut“ ab, während viele Präparate aufgrund von Mängeln wie Überdosierung oder unzureichender Deklaration durchfallen.
Vitamin-D-Präparate erfreuen sich großer Beliebtheit, insbesondere in den Wintermonaten, wenn die Sonneneinstrahlung für eine ausreichende körpereigene Produktion nicht ausreicht. Die Tests von Ökotest und Stiftung Warentest zeigen jedoch, dass Verbraucher bei der Auswahl genau hinsehen sollten.
Nach Angaben des General-Anzeigers Bonn kritisieren die Tester vor allem die Dosierung vieler Produkte. Einige Präparate überschreiten die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlenen Höchstmengen deutlich. Eine langfristige Überdosierung von Vitamin D kann gesundheitsschädlich sein, etwa zu Nierensteinen oder Herzrhythmusstörungen führen. Die Stiftung Warentest weist in ihrem Test darauf hin, dass viele Hersteller mit zu hohen Dosierungen werben, die medizinisch nicht notwendig seien.
Ökotest bemängelt zudem, dass einige Produkte synthetische Zusatzstoffe enthalten oder die Herkunft des Vitamins D (etwa aus Flechten oder Wollfett) nicht klar gekennzeichnet ist. In der Gesamtbewertung schnitten nur wenige Präparate mit „gut“ ab. Testsieger sind laut General-Anzeiger Bonn Produkte, die eine moderate Dosierung aufweisen, auf unnötige Zusätze verzichten und transparent deklariert sind.
Die Testergebnisse im Detail: Bei Ökotest erhielten von rund 20 getesteten Präparaten lediglich drei die Note „gut“. Die Stiftung Warentest bewertete etwa ein Viertel der getesteten Produkte mit „gut“. Viele Präparate fielen mit „ausreichend“ oder „mangelhaft“ durch. Hauptkritikpunkte waren neben der Überdosierung auch fehlerhafte oder irreführende Angaben auf den Verpackungen.
Verbraucher, die Vitamin D supplementieren möchten, sollten laut den Testergebnissen auf eine Dosierung von maximal 20 Mikrogramm (800 Internationale Einheiten) pro Tag achten, sofern kein ärztlich festgestellter Mangel vorliegt. Zudem empfehlen die Tester, auf Produkte mit dem Siegel von Ökotest oder der Stiftung Warentest zu achten, die im Test gut abgeschnitten haben.
Der General-Anzeiger Bonn weist darauf hin, dass die Tests von Ökotest und Stiftung Warentest regelmäßig aktualisiert werden. Verbraucher sollten daher vor dem Kauf die aktuellen Ergebnisse auf den Webseiten der Organisationen prüfen. Die vollständigen Testberichte sind dort kostenpflichtig abrufbar.
Hintergrund: Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper mit Hilfe von Sonnenlicht selbst bilden kann. In den Wintermonaten oder bei Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten, kann ein Mangel auftreten. Ein solcher Mangel sollte jedoch ärztlich diagnostiziert werden, bevor Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Die Stiftung Warentest rät generell zu einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Sonnenlicht, anstatt blind zu supplementieren.
Die Tests von Ökotest und Stiftung Warentest zeigen, dass der Markt für Vitamin-D-Präparate unübersichtlich ist und viele Produkte nicht halten, was sie versprechen. Verbraucher sollten daher kritisch auswählen und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.



