Sa., 06 Juni 2026 Berlin 23:42 DE / UKR / EN

Russland erwartet Ankunft von US-Unterhändlern zur Beendigung des Ukraine-Kriegs

Der Kreml rechnet mit der zeitnahen Ankunft der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau. Dies teilte Jurij Uschakow, der für die Verhandlungen zuständige Kremlbeauftragte, dem russischen Staatsfernsehen mit.

Russland erwartet Ankunft von US-Unterhändlern zur Beendigung des Ukraine-Kriegs
Bild: cdn.prod.www.spiegel.de

Nach einer dreitägigen Waffenruhe erwartet der Kreml, dass die Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine bald wiederaufgenommen werden. Jurij Uschakow, der für die Verhandlungen zuständige Kremlbeauftragte, erklärte, dass Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, »schon ziemlich bald« nach Moskau kommen werden. Ein konkretes Datum nannte er jedoch nicht.

Uschakow betonte, dass Russland bereit sei, den Krieg zu beenden, sofern die Ukraine ihre Streitkräfte aus dem Donbass abziehe. »Sie wissen in der Ukraine, dass sie das tun müssen – und sie werden es früher oder später ohnehin machen«, so Uschakow. Bedingung wird von dem ukrainischen Wolodymyr Selenskyj jedoch kategorisch abgelehnt.

Im Fokus steht das Gebiet Donezk, das größtenteils von Russland besetzt ist. Moskaus Truppen bisher nicht in die strategisch wichtigen Städte Kramatorsk und Slowjansk vordringen konnten, weist Selenskyj die Forderung zurück, diese Städte kampflos aufzugeben. Die Situation bleibt angespannt, da die Kriegsparteien von massiven Verstößen gegen die Waffenruhe berichten.

Das russische Verteidigungsministerium meldete über 16.000 Verstöße, während der ukrainische Generalstab von mehr als 150 Angriffen seitens Russlands sprach. In Charkiw wurde eine Drohne in einem Wohnblock gesichtet, was zu fünf Verletzten führte, darunter zwei Kinder. Die Angaben sind jedoch von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

In Moskau kursieren zudem Gerüchte über einen möglichen Umsturz, in den der Ex-Verteidigungsminister Sergej Schoigu verwickelt sein soll. Allerdings gilt er im Machtapparat als isoliert und wird als Ablenkung wahrgenommen.