Der Senegal verliert seinen Afrika-Cup-Titel – und geht dagegen vor. Zwei Monate nach dem turbulenten Finale hat der afrikanische Fußballverband CAF überraschend entschieden, den Sieg an Marokko zu vergeben. Nun zieht der senegalesische Fußballverband vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne.
zur Wahrung seiner Rechte und der Interessen des senegalesischen Fußballs so bald wie möglich ein Berufungsverfahren vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne einleiten
ballverband jetzt — Kicker
Die Entscheidung sei "ungerecht, beispiellos und inakzeptabel", erklärte der Verband laut dem Sportmagazin Kicker. Man werde "so bald wie möglich ein Berufungsverfahren" einleiten, um die Rechte des senegalesischen Fußballs zu wahren. Der Verband kritisierte, dass der Vorgang den afrikanischen Fußball in Verruf bringe.
Die Titelaberkennung sorgt für massive Empörung im Senegal. Mehrere Nationalspieler reagierten mit beißendem Spott auf die Entscheidung. Pathé Ciss vom spanischen Klub Rayo Vallecano schrieb etwa sarkastisch, man könne "den Heulsusen ruhig noch drei Tore geben", wie der Tages-Anzeiger berichtete.
Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zur Glaubwürdigkeit des afrikanischen Fußballs auf. Ein Titel, der bereits gefeiert und vergeben wurde, wird zwei Monate später nachträglich aberkannt – ein beispielloser Vorgang im internationalen Sport. Die genauen Gründe für die Entscheidung des CAF-Berufungsgerichts sind noch nicht vollständig öffentlich.
Für den Senegal geht es um mehr als nur einen Pokal. Der Afrika-Cup-Sieg 2024 war ein historischer Moment für das Land, der nationale Euphorie auslöste. Die Aberkennung trifft nicht nur die Spieler um Superstar Sadio Mané, sondern eine ganze Nation.
Die Klage vor dem CAS in der Schweiz wird nun zeigen, ob der Senegal seinen Titel zurückerhalten kann. Der Internationale Sportgerichtshof gilt als höchste Instanz in sportrechtlichen Streitigkeiten. Seine Entscheidung wird Signalwirkung für die Zukunft afrikanischer Fußballwettbewerbe haben.
Bis zum Verfahren bleibt der Titel vorläufig bei Marokko. Die ungewöhnliche Situation belastet die Beziehungen zwischen den Fußballverbänden und wirft ein Schlaglicht auf die oft umstrittenen Entscheidungsprozesse im afrikanischen Fußball.



