Sa., 06 Juni 2026 Berlin 22:23 DE / UKR / EN

Tausendmal Berlin: Hamburger Bahnhof feiert 30 Jahre mit neuer Sammlung

Zum 30. Jubiläum zeigt der Hamburger Bahnhof eine neue Sammlungspräsentation, die Berlins Kunstszene im globalen Dialog von 1989 bis heute erkundet. Über 70 Werke von mehr als 50 Künstlern zeichnen den Mythos der Stadt zwischen Hedonismus und Subkultur nach.

Tausendmal Berlin: Hamburger Bahnhof feiert 30 Jahre mit neuer Sammlung
Bild: smb.museum

Ein bedeutendes Kapitel Berliner Kunstgeschichte drohte in Vergessenheit zu geraten. Nun sichert der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart dieses Erbe mit einer umfassenden Neupräsentation seiner Sammlung.

Ab dem 12. Juni 2026 zeigt das Museum im Westflügel die Ausstellung „Tausendmal Berlin. Die Sammlung der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof“. Die Schau markiert das 30-jährige Bestehen der Institution als Museum für zeitgenössische Kunst und konzentriert sich auf Berlins Kunstszene im globalen Dialog von 1989 bis heute.

Berlin ist seit jeher ein Ort ständiger Bewegung und Verhandlung, an dem künstlerische, politische und migratorische Wege sich kreuzen. Diese Dynamik spiegelt sich in über 70 Werken von mehr als 50 Künstlern wider. Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Videoinstallationen erkunden den Mythos der Stadt zwischen Hedonismus und Subkultur in internationalem Kontext.

Die Ausstellung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für das Museum. Wie die WELT berichtet, stand der Hamburger Bahnhof bereits vor existenziellen Herausforderungen und experimentiert nun mit neuen Finanzierungsmodellen. Das Jubiläum bietet die Chance, die Bedeutung der Institution für Berlins Kulturlandschaft neu zu positionieren.

Gleichzeitig erweitert die Nationalgalerie ihre Sammlung kontinuierlich. Laut Berliner Zeitung kamen zuletzt 18 Neuerwerbungen und zwei Schenkungen hinzu, darunter Werke von Tina Bara und Wolfgang Tillmans. Seit 2022 konnte die Sammlung um Arbeiten von insgesamt 70 Künstlern erweitert werden.

Die Ausstellung „Tausendmal Berlin“ wird damit nicht nur zur Retrospektive, sondern auch zur Standortbestimmung. Sie dokumentiert, wie sich die Stadt nach dem Mauerfall zu einem internationalen Kunstzentrum entwickelte und welche Rolle der Hamburger Bahnhof in dieser Transformation spielte.

Für Besucher bietet die Schau eine einzigartige Gelegenheit, drei Jahrzehnte Berliner Kunstgeschichte im Kontext globaler Entwicklungen nachzuvollziehen. Die Werke erzählen von Aufbrüchen, Brüchen und der ständigen Neuverhandlung urbaner Identität in einer sich wandelnden Welt.

Die Eröffnung am 12. Juni 2026 markiert den Beginn eines Jubiläumsjahres, das mit weiteren Veranstaltungen und Programmen begangen wird. Damit sichert der Hamburger Bahnhof nicht nur Kunstwerke, sondern bewahrt ein Stück lebendiger Berliner Geschichte für kommende Generationen.